Steinbrück: Ausmaß der Krise nicht abzusehen
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat erstmals eingeräumt, dass die offizielle Konjunkturprognose der Bundesregierung für 2009 womöglich nicht zu halten sei. Die Regierung geht von einem Rückgang des BIP in diesem Jahr von 2,25 Prozent aus. Viele Wirtschaftsforschungsinstitute hatten jedoch in den vergangenen Wochen ihre Prognosen deutlich zurückgenommen.
Prognosen-Wettlauf „unverantwortlich“
Steinbrück äußerte sich verärgert darüber, dass viele Volkswirte ihre Prognosen zunehmend nach unten schraubten. Er sieht in den immer neuen Negativ-Szenarien den Versuch vieler Experten, durch Schreckensmeldungen Aufmerksamkeit zu erlangen. Jüngst hatte der Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, seine Prognose für den Rückgang des BIP in Deutschland auf 5 Prozent verschärft.
Wie weit geht es runter?
Der Finanzminister sagte, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand mit Sicherheit voraussagen könne, wie weit es tatsächlich runter gehe. Für den Arbeitsmarkt zeigt sich die Bundesregierung bislang nur in begrenztem Umfang pessimistisch: Rund 250.000 Arbeitsplätze sollen verloren gehen. Wirtschaftsforscher erwarten jedoch einen stärkeren Stellenabbau.
Doch nicht nur für Angestellte haben die aktuellen Wirtschaftszahlen negative Auswirkungen. Auch die Zahl derer, die sich auf eigene Füße stellen wollen und eine Existenz gründen möchten vermindern sich. Zu hoch ist für viele im Moment das Risiko und auch Kreditinstitute wägen sehr genau ab, für welche Gründerideen Zuschüsse fließen.
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