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Rohstoff-Boom: Von Contango und Backwardation

Eingetragen am 7. September 2010 – 00:50Kein Kommentar

Mais, Weizen, Zucker, Soja – alle diese Agrarprodukte sind schon lange nicht mehr nur auf dem Feld zuhause. Agrarrohstoffe haben sich auch in der Investmentlandschaft etabliert und werden als Beimischung zu einem Investmentportfolio genauso genutzt wie als Spekulationsobjekt. „Soft Commodities“, wie Agrarprodukte im Finanzjargon bezeichnet werden, stehen auch Privatanlegern offen. Sie können über Zertifikate in die Märkte einsteigen. Agrarrohstoffe aber sind keine Wertpapiere. Die Märkte bergen spezifische Risiken, aber auch Chancen.

Das Ernterisiko ist inklusive

Die Zertifikate bilden in der Regel Warenterminkontrakte ab. Strukturierte Produkte sind für Privatanleger sehr viel einfacher zu handhaben als Direktinvestments im Terminmarkt. Dazu sind spezielle Handelskonten und Kenntnisse erforderlich, die die meisten nicht mitbringen bzw. scheuen. Investments in Agrarprodukte sind mit Risiken verbunden, die in anderen Assetklassen keine Rolle spielen. Eines der größten betrifft z.B. das Ernterisiko. Aktuell lässt sich beobachten, wie das Wetter und andere Einflüsse sich auf den Preis auswirken können. Der Weizenpreis hat sich binnen weniger Wochen verdoppelt, nach dem Regenfälle und Waldbrände einen großen Teil der Ernte vernichtet haben.

Rollkosten verwässern das Anlageergebnis

Eine weitere Besonderheit von Anlagen in Soft Commodities betrifft die Preis-Terminkurve. Der Emittent eines Zertifikates muss regelmäßig von einem auslaufenden Kontrakt in den nächstfälligen Terminkontrakt „rollen“. Das kann mit Kosten, aber auch mit Vorteilen verbunden sein. Herrscht am jeweiligen Terminmarkt eine so genannte Contango-Situation vor, sind Kontrakte mit späterer Fälligkeit teurer als solche mit früherem Verfallstag. Dann fallen beim rollieren Kosten an, die die Rendite schmälern bzw. den Verlust vergrößern.

Schutz gegen Inflation?

Das Gegenteil von Contango ist Backwardation. In dieser Situation sind die Preise von Kontrakten mit späterer Fälligkeit niedriger als die aktuellen Marktpreise. Beim Rollieren wird dann ein Gewinn erzielt. Agrarrohstoffe gelten bei vielen Investoren als Schutz gegen Inflation. Insofern kann das Motiv beim Einstieg dem beim Kauf von Edelmetallen ähneln. Soft Commodities sollten wegen ihres hohen Spezifikationsgrades jedoch nur als Beimischung dienen, wenn sie der Portfoliodiversifikation und nicht spekulativen Zwecken dienen.

Foto: © Silverpics – Fotolia.com

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