Rekordstand im Blick: Steht die Gold-Hausse vor dem Ende?
Die Hausse am Goldmarkt läuft nun seit 5 Jahren. Von 350 Dollar je Feinunze Mitte 2005 stieg der Kurs bis auf mehr als 1260 Dollar in diesem Jahr. Der Kurs rückt in diesen Tagen ein zweites Mal auf diesen Höchststand vor. Sollte er an dem Widerstand scheitern, könnte dies eine Konsolidierungsphase einläuten. Nicht wenige Argumente sprechen für eine längere Pause: Der Optimismus ist deutlich größer als das Kursmomentum und im aktuellen Goldpreis sind praktisch alle denkbaren Negativszenarien bereits enthalten.

Obere Doppel-Top-Umkehr?
Der Anlauf auf den bisherigen Allzeithöchststand ist aus charttechnischer Sicht die Probe aufs Exempel für die im wahrsten Sinne des Wortes goldene Hausse. Sollte der Markt erneut drehen und signifikant nachgeben, hätte sich ein starker technischer Widerstand etabliert. Ein Doppel-Top kann der Beginn einer lang anhaltenden Konsolidierungsphase oder gar einer Trendumkehr sein. Im Hinblick auf die Erwartung der Marktteilnehmer scheinen die Rahmenbedingungen für ein Ende der Hausse zu sprechen. Die große Mehrheit geht von weiter steigenden Kursen aus. Dabei wird Gold als Allzweckwaffe für verschiedenste Szenarien gesehen, darunter nicht nur Inflation, sondern auch Deflation.
Niedrige Opportunitätskosten als Kurstreiber?
Experten begründen die starke Nachfrage nach Gold mit verschiedenen Gründen. Zum einen wird immer wieder auf den wachsenden Wohlstand in riesigen Märkten wie Indien verwiesen, wo Gold als Schmuck besondere Bedeutung zukommt. Zum anderen wächst auch der Bedarf durch physisch besicherte Sondervermögen wie ETCs, die die Einlagen ihrer Kunden direkt in Gold investieren und es vorrätig halten, spürbar. Ein weiterer Grund sind nach gängiger ökonomischer Lehrmeinung die niedrigen Opportunitätskosten. Diese bestehen in den Erträgen, die Gold-Anlegern entgehen, wenn sie in das unverzinsliche Metall investieren. Diese Erträge sind aufgrund des niedrigen Zinsniveaus am Anleihe- und Geldmarkt derzeit vernachlässigbar.
Ein neues Hoch würde den Weg frei machen
Die Kursentwicklung im Umfeld des letzten Hochs ist für technisch orientierte Anleger sehr wichtig. Wird das bisherige Allzeithoch überschritten, ist der Weg aus charttechnischer Weg nach oben frei. Gelingt es nicht, muss wie angesprochen zumindest vorerst abwärts oder seitwärts verlaufenden Kursen gerechnet werden.
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