Forward Darlehen: Angebot einholen und abwarten
Das niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt hat paradiesische Zustände für angehende Eigentümer und Bauherren geschaffen: Selbst Kredite mit 10 Jahren Zinsbindung sind im Idealfall bereits zu weniger als 3 Prozent Zinsen im Jahr erhältlich. Die günstigen Konditionen lassen alle frohlocken, die in diesen Tagen einen Kredit aufnehmen. Diejenigen jedoch, deren Finanzierungsvorhaben erst in einigen Monaten oder gar Jahren aktuell wird, werden unruhig und bangen um die vielleicht nie wiederkehrende Schnäppchen-Möglichkeit.

Forward-Kredit: Mit wachsender Vorlaufzeit schrumpft der Vorteil
Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Forward Darlehen steigt. Ein Forward Kredit ist ein Darlehen, das erst in der Zukunft (mit einer Vorlaufzeit von 6 bis 60 Monaten) ausbezahlt wird, dessen Konditionen aber bereits heute fixiert werden. Kreditnehmer sichern sich damit das aktuell niedrige Zinsniveau für ihr künftiges Finanzierungsprojekt. Auch bei Forward Darlehen lässt sich eine Zinsbindung vereinbaren – abgesehen von dem verzögerten Auszahlungstermin unterscheiden sich die Darlehen nicht von gewöhnlichen Finanzierungen. Je länger die Vorlaufzeit, desto höher ist allerdings der Zinssatz: Banken erheben für jeden Monat einen Aufschlag auf den Marktzins.
Erst bei sichtbarer Zinswende handeln
Experten raten dazu, die Angebote verschiedener Banken zu vergleichen und konkrete Offerten einzuholen. Die Unterschiede sind ähnlich groß wie bei gewöhnlichen Krediten, so dass der Vergleich durchaus Beträge im fünfstelligen Bereich einsparen kann. Eine übereilte Unterschrift ist jedoch auch bei guten Angeboten nicht empfehlenswert. Die schriftlichen Angebote der Banken behalten meist für einige Wochen ihre Gültigkeit. Liegen konkrete Angebote vor, sollte der Markt beobachtet werden. Sinken die Zinsen weiter, kann einfach ein neues Angebot angefordert werden. Im Fall steigender Zinsen ermöglicht ein unterschriftsreifes Angebot schnelles Handeln.
Die Konditionen könnten noch günstiger werden
Auch wenn das aktuelle Zinsniveau historisch betrachtet ausgesprochen niedrig ist, sind noch günstigere Konditionen keinesfalls ausgeschlossen. Derzeit ist am Markt für verzinsliche Wertpapiere ein Trend zu beobachten: Anleger flüchten sich auf der Suche nach Sicherheit in Papiere mit geringem Ausfallrisiko. Dazu zählen z.B. Bundesanleihen und deutsche Pfandbriefe. Steigen die Kurse dieser Papiere, ist dies gleichbedeutend mit niedrigen Zinsen, die sich auf die Refinanzierungskosten von Banken günstig auswirken. Als bedeutende Marke gilt die Rendite einer10jährigen Bundesanleihe, die derzeit knapp über 2,0 Prozent liegt. Sollte diese Rendite unter 2,0 Prozent fallen, könnten die Zinsen noch einmal deutlich sinken.
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