Riester-Rente nur ein Kosten-Flop?
Rund 13 Millionen Bundesbürger haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen, um die drohende Versorgungslücke im Alter zu schließen. Die Vorsorgepolicen könnten sich jedoch als trügerisch entpuppen und dem guten Gewissen, etwas für die persönliche Vorsorge getan zu haben, mehr nützen als dem Einkommen im Ruhestand. Der Grund: Die hohen Kosten bei vielen Verträgen zehren nicht nur die staatlichen Zulagen, sondern auch jegliche Rendite auf.

Im schlimmsten Fall ist die Rendite negativ
Mehrere Verbraucherzentralen sowie die Stiftung Warentest haben in den vergangenen Jahren Riester-Verträge zahlreicher Anbieter unter die Lupe genommen. Besonders teuer sind Fondspolicen. Schon beim Vertragsabschluss belasten die Assekuranzen das Vertragskonto mit mehreren Prozent der über die Gesamtvertragslaufzeit vorgesehenen Einzahlungen.
Von jeder Einzahlung werden dann zusätzlich noch einige Prozent einbehalten. Die Alte Leipziger verlangt z.B. bei Fondspolicen vor Vertragsabschluss 4 Prozent der Gesamtbeiträge und zusätzlich 12 Prozent von jeder Einzahlung. Sparer erhalten deshalb mit einer hohen Wahrscheinlichkeit weniger aus ihren Verträgen zurück, als sie einbezahlt haben.
Auch klassische Rentenversicherungen sind Kostenfallen
Die Riester-Förderung kann auch in Verbindung mit klassischen Rentenversicherungen gewährt werden, wenn diese die Voraussetzungen erfüllen und zertifiziert sind. Auf den ersten Blick scheint hier die Welt noch in Ordnung: Die Garantieverzinsung in Höhe von 2,25 Prozent p.a. gewährleistet augenscheinlich zumindest einen Inflationsausgleich.
Bei genauerem Hinsehen aber finden sich auch bei Rentenversicherungen Kostenfallen. Die Garantieverzinsung bezieht sich auf die Einzahlungen abzüglich der Verwaltungskosten -und die sind nach einer Untersuchung de Zeitschrift „Ökotest“ bei einigen Policen so hoch, dass die garantierte Rendite zwischen 0,04 und 1,24 Prozent p.a. liegt.
Versicherer werden alimentiert: Pfändungsschutz als Nötigung?
Immer häufiger kritisieren Experten, dass die Riester-Rente vor allem der Finanz- und Versicherungsbranche nutzt, aber einen viel zu geringen Beitrag zur Schaffung einer ausreichenden Altersvorsorge für Arbeitnehmer leistet. Auf den ersten Blick erscheint die Konsequenz für Verbraucher einfach: Wenn die Riester-Rente sich nicht lohnt, wird schlicht mit Tages- und Festgeld oder Fonds fürs Alter vorgesorgt. Der Gesetzgeber aber hat verfügt, dass diese Art der Vorsorge keinen besonderen Schutz genießt, wie es bei Riester-Verträgen der Fall ist. Diese sind im Fall einer Privatinsolvenz oder einem Antrag auf Hilfe zum Lebensunterhalt geschützt.
© Dieter Brockmann – Fotolia.com
Ähnliche Beiträge:
- 12 Prozent Kosten: Riester-Rente ein Verlustgeschäft? Die staatlich geförderte Riester-Rente könnte sich als der Vorsorge-Flop schlechthin erweisen. Wie die Stiftung Warentest ermittelt hat, erheben die...
- Riester-Rente: So finden Sie das richtige Produkt In Deutschland werden nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums derzeit etwa 12,6 Millionen Riester-Verträge unterhalten. Riester aber ist nicht gleich Riester:...
- Riester-Rente: Kosten vergleichen! Viele Riester-Verträge fallen bei Experten-Tests durch, weil Sparer horrende Kosten tragen müssen. Nicht selten übersteigen diese sogar die staatlichen...
- Riester-Rente: Diese Irrtümer gefährden Ihren Wohlstand! Die Riester-Rente scheint eine Erfolgsgeschichte zu sein: Rund 13 Millionen Verträge unterhalten die Bundesbürger derzeit. Viele Sparer kennen die...
- Unisex-Tarife: Männer zahlen bei der Riester-Rente drauf Die staatlich geförderte Riester-Rente ist ein Kassenschlager: Rund 13 Millionen Verträge werden in Deutschland bereits geführt. Speziell männliche Sparer...


