Zeitungen verzeichnen zum ersten Mal höhere Verkaufserlöse als Anzeigenumsatz
Deutsche Zeitungsproduzenten befinden sich zur Zeit in einer zeitlichen Trendwende. Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit erzielten die deutschen Zeitungen im Jahr 2009 höhere Erlöse aus dem Verkauf der Zeitungen als mit dem konventionellen Anzeigengeschäft. In der Vergangenheit kamen zwei Drittel vom Anzeigenumsatz, der restliche Anteil ist vom Vertrieb gekommen. Seitdem die Internetblase im Jahr 2001 geplatzt ist, setzte eine Trendwende ein und die Einnahmen aus den Anzeigen sind laut dem Geschäftsführer Verlagswirtschaft von BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.), Jörg Laskowski, erheblich gesunken und sie würden „auch nicht mehr wieder“ zurückkommen.
Werbeeinnahmen und Gesamtumsatz fielen – Steigende Vertriebserlöse dämpften den Rückgang bei den Werbeeinnahmen
Der gesamte Umsatz im Jahr 2009 betrug 8,46 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahreswert ein Minus von 7 % ist. Ferner sanken die Werbeeinnahmen um etwa 16 % auf 3,9 Milliarden Euro. Dieser Einbruch wurde teilweise durch die gestiegenen Vertriebserlöse gedämpft. Die Verleger konnten trotz der Krisenzeit höhere Preise verlangen, weil die Vertriebserlöse insgesamt betrachtet um etwa 2 % bei einer zurückgehenden Auflage gestiegen sind.
Werbeetats wurden gestrichen – Entwicklungsverlauf im deutschen Zeitungsmarkt nicht mehr so schlimm im Vorjahr
Die Unternehmen strichen in den Zeiten der Wirtschaftskrise ihre Werbeetats. Der Handel, der eigentlich der wichtigste Werbekunde von den lokalen Tagesblättern ist, leidet nach Aussage des Verbandes unter der immer noch vorhandenen Flaute in der Konjunktur. Im 1. Halbjahr 2010 wäre der Entwicklungsverlauf im Zeitungsmarkt von Deutschland nicht mehr so schlimm wie im vorherigen Jahr gewesen, wobei man laut Laskowski immer noch nicht „von einer Erholung“ reden kann. Laut dem Verband sanken in den ersten fünf Monaten von 2010 die Anzeigenmenge im Vergleich zum Zeitraum vom Vorjahr wieder um etwa 8 %.
Trotz sinkender Auflage gibt es einen hohen Anteil an Abonnements
Selbst bei der Auflage verzeichnet man einen Rückgang. Der Rückgang lag im 1. Quartal bei 2,7 %. Im Vorjahr betrug der Rückgang durchschnittlich 2,5 %. Dennoch überstanden die deutschen Zeitungsverleger die Wirtschaftskrise relativ gut, weil der Anteil an Abonnements immer noch recht hoch ist.
Prognosen sehen recht verhalten aus
Der Verband gibt sich für die Prognosen recht verhalten. Laut Laskowski gäbe es einen „langsamen Aufschwung, der sich hier zeigt und wohl auch nicht abbricht“. Jedoch muss man den Rückgang aus dem letzten Jahr zunächst wieder hereinholen. Nach Aussage von Laskowski „können alle Werbeträger zufrieden sein“, sobald „am Ende eine Null steht und wenn der Werbemarkt nicht noch einmal zurückgeht“.
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