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China erwirbt westliche Zulieferer für die Automobilbranche

Eingetragen am 12. Juli 2010 – 09:11Kein Kommentar

Automobilbranche ChinaSelbst in der Zulieferindustrie plant China in die weltweite Spitze aufzusteigen. Aufgrund dessen erwirbt China das Know-How aus dem Westen. Ein sehr wichtiges Unternehmen ist Nexteer, das an die Chinesen geht und ein Tochterunternehmen für Autoteile von General Motors ist. Außerdem sollen weitere notleidende Zulieferunternehmen erworben werden.

Pacific Century Motors sichert sich Nexteer von General Motors

Eine Firma des hiesigen Zulieferers Tempo sowie der Stadt Peking, die sich Pacific Century Motors (kurz: PCM) nennt, wird den Räumungsverkauf des amerikanischen Autoherstellers General Motors vor dem geplanten Börsengang nutzen, um sich den Zulieferbereich Nexteer mit seinen 6.200 Beschäftigten zu sichern. Die Chinesen sollen dafür etwa 450 Millionen Dollar bezahlen. Bis zum Ende des Jahres soll die Veräußerung beendet sein. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte General Motors wieder einen Börsengang durchführen.

China will auf Hersteller- und Zulieferseite Know-How erwerben

China macht mit diesem Kauf den bislang größten Schritt auf den westlichen Autoteilemarkt. Laut dem Autoprofessor Stefan Bratzel möchte China sowohl auf der Herstellerseite als auch auf der Zulieferseite sehr viel „Kompetenz erwerben“. Weichai Power ist aktuell der einzige chinesische Autozulieferer unter den 100 weltweit größten Firmen der Zulieferbranche. Zwar ergaben sich in China im Jahr 2008 Exporte von Autoteilen in Höhe von 30 Milliarden Dollar, jedoch führt bis dato keine chinesische Firma Lieferungen an den Weltmarkt in einem großen Stil durch.

China als hiesiger und weltweiter Zulieferer

Weltweite Produzenten (z. B. Volkswagen) beschaffen den größten Teil der Bestandteile für ihre Fahrzeuge, die in China produziert werden, nun vor Ort. Dennoch verwenden sie China auch global als Zulieferer. China löste die Vereinigten Staaten als weltweit größter Automarkt ab und wird immer noch weiter wachsen.

Staatsführung plant eine Konsolidierung – Nationale Autozulieferer sollen auf dem Weltmarkt tätig werden

Dennoch sei „die Zulieferlandschaft“ laut Autoprofessor Bratzel „noch stark fragmentiert“. Aufgrund dessen plant die Staatsführung eine Konsolidierung. Zudem sollen den nationalen Autozulieferern der Weltmarkt eröffnet werden. Nach der Aussage von Bratzel sieht man seit einigen Jahren, „dass sich chinesische Unternehmen günstig notleidende Zulieferer aus Westeuropa und den USA einverleiben“.

Nordamerikanische Lieferanten müssen hart kämpfen

Die Lieferanten in Nordamerika leiden aufgrund der Überkapazitäten in den bereits etablierten Märkten, der Wirtschaftskrise sowie hausgemachten Schwierigkeiten von Chrysler, General Motors und Ford sehr. Zahlreiche Unternehmen wurden insolvent. Die Eigenkapitalquote der Top-100-Zulieferer lag im Jahr 2007 und 2008 durchschnittlich bei 31,7 %. Die nordamerikanischen Zulieferer erzielten im Durchschnitt lediglich 22,2 %.

China will einen Fonds für die Förderung der F & E in der Fahrzeugbranche platzieren

Dagegen hat China bei den finanziellen Engpässen keine Probleme. Der Staat will einen Fonds platzieren, welcher die Forschung und Entwicklung in der Fahrzeugbranche fördern soll. Das Hauptziel seien Innovationen, die das Elektroauto betreffen.

China’s zwei Gesichter

China zeigt sich den Autozulieferern aus dem Westen mit zwei Gesichtern. China kontaktiert die europäischen Unternehmen Continental und Bosch, um ihr Wissen zu bekommen. Insbesondere Conti möchte den Absatz im Reich der Mitte stark erhöhen. Allerdings benötigt China die ausländischen Firmen nur so lange, bis die chinesische Industrie selbst die Möglichkeit hat, die entsprechenden Bestandteile herzustellen und die Übernahmen in Europa sowie in den USA werden diesen Prozess beschleunigen.

© dwags – Fotolia.com

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