Hans-Werner-Sinn: Krise kommt massiv
Nach Ansicht des Chefs des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung ist die gegenwärtige Rezession noch lange nicht an ihrem Ende angelangt. Er geht davon aus, dass bei der Bundestagswahl im Herbst bis zu 700.000 Menschen mehr ohne Job sind als ein Jahr zuvor. Auch sieht er keine Anzeichen dafür, dass sich die konjunkturelle Entwicklung zur Mitte des Jahres hin verbessern wird.
Den USA 12 bis 18 Monate hinterher
Sinn sagte auf einer Journalisten-Veranstaltung in Hamburg, die deutsche Wirtschaft laufe bei der Konjunktur der US-Wirtschaft um 12 bis 18 Monate hinterher. „In anderthalb Jahren sind wir a, wo die USA heute ist“. Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer beispiellosen Rezession und kämpfen derzeit mit einem massiven Rückgang der Produktion und rasant steigender Arbeitslosigkeit.
Basel II muss überarbeitet werden
Sinn forderte weiterhin, die Eigenkapitalvorschriften für Banken deutlich zu verschärfen. Er sieht eine grundlegende Überarbeitung der Richtlinien von Basel II als dringend erforderlich an. Seiner Ansicht nach müssten Banken, die eine Kernkapitalquote von neun Prozent aus eigener Kraft nicht erreichen, zur Aufnahme von Staatshilfen gezwungen werden. Er sieht in einer nicht ausreichenden Eigenkapitalausstattung des Bankensystems eine der Hauptursachen der Krise.
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