Aktienfonds: Passiv ist besser als aktiv
Börsengehandelte Indexfonds erfreuen sich seit Jahren wachsender Nachfrage bei Anlegern. Das Prinzip: Anstelle eines aktiven Fondsmanagements wird ein bestimmter Basiswert einfach eins zu eins nachgebildet. Der Vorteil: Anleger können Fondsanteile fortlaufend handeln wie eine Aktie und die Kosten fallen sehr viel geringer aus als bei einem aktiv verwalteten Fonds. Während Fonds letzterer Gattung 1-2 Prozent des Fondsvermögens jährlich für Gebühren verwenden, kommen ETFs mit einem Bruchteil davon aus. Darüber hinaus entfällt bei passiv verwalteten Indexfonds auch der Ausgabeaufschlag. Eine neue Studie zeigt nun, dass aktiv verwaltete Fonds die hohen Kosten in den seltensten Fällen rechtfertigen können – sofern sie das Geld der Anleger ausschließlich in Aktien investieren.
Das Gros der Fondsmanager bildet die Benchmark nach
Aktiv verwaltete Fonds stehen schon lange in der Kritik: Die Ergebnisse sind nur in Ausnahmefällen besser als die der Benchmark, die zu geringeren Kosten mit einem Indexfonds nachgebildet werden kann. Eine Studie des Finanzdienstleisters Gecam untermauert diese Vorwürfe nun. In der Untersuchung wurde das Korrelationsverhalten von mehr als 10.000 Fonds mit dem Vergleichsindex unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Drei Viertel der Fondsmanager von Aktienfonds bildet zu mehr als 70 Prozent die Benchmark ab. Mit anderen Worten: Es ist von vornherein so gut wie ausgeschlossen, dass ein im Vergleich zur Benchmark signifikant anderes Ergebnis erzielt wird. Die hohen Kosten für das Management können so nicht gerechtfertigt werden. Nur 1,3 aller Aktienfonds konnte nach Aussage der Initiatoren der Studie einen tatsächlich aktiven Ansatz nachweisen. Als aktiv wurde ein Fonds dann eingestuft, wenn die Korrelation zur Benchmark unter 0,6 Prozent lag.
Verwaltungsgebühren langfristig wichtiger als Ausgabeaufschlag
Viele Anleger unterschätzen die Wirkung der Verwaltungsgebühren auf die Wertentwicklung ihrer Anlage. Dazu trägt sicherlich bei, dass für die Mühen des Managements keine Rechnung ins Haus flattert. Die Verwaltungsgebühren werden in kaum spürbaren Teilen direkt dem Fondsvermögen entzogen. Die Kosten sind insbesondere auf lange Sicht jedoch sehr viel wichtiger als etwa der Ausgabeaufschlag, der beim Erwerb aktiv verwalteter Fonds zu entrichten ist. Der Mittelabzug entspricht einer geringeren Rendite. Wer über einen Zeitraum von 30 Jahren jeden Monat 100 Euro in einen Fonds ohne laufende Kosten einzahlt, kann sich am Ende über ein Vermögen von rund 107.000 Euro (vor Steuern) freuen. Werden pro Jahr 1,5 Prozent Verwaltungsgebühren fällig, reduziert sich das angesparte Vermögen auf knapp 82.000 Euro.
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