Keine Bad-Bank in Deutschland
Eine zentrale Bad-Bank, die angeschlagenen Instituten toxische Wertpapiere abkauft und damit die Bilanzen der in Not geratenen Geldhäuser entlastet, wird in Deutschland immer unwahrscheinlicher. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich entschieden gegen die in den letzten Wochen immer häufiger diskutierte Lösung aus. Sie verwies darauf, dass nicht der Steuerzahler für schlechtes Management in den Banken zur Kasse gebeten werden dürfe, während die Geldhäuser schon in einigen Jahren wieder Gewinne machen. Auch Finanzminister Peer Steinbrück ist gegen ein zentrales Institut. Er favorisiert mehrere institutsinterne Bad Banks, die von den Kreditinstituten selbst kapitalisiert werden. Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Stützung des Banken-Systems liegt der Interbankenhandel nach wie vor brach. Die Kreditinstitute vertrauen einander nicht, weil faule Kredite und toxische Wertpapiere im Umfang von mehr als 100 Milliarden noch immer in den Büchern lauern und die Banken zu existenziell bedrohlichen Abschreibungen zwingen.
Die Angst vor einer flächendeckenden Kreditklemme, die den Abschwung noch verstärken würde, hat deshalb in den letzten Wichen zugenommen.
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