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Renten-ETFs: Länder-Gewichtung beachten

Eingetragen am 22. März 2010 – 11:23Kein Kommentar

Rentenfonds, die schwerpunktmäßig in Staatsanleihen von Euro-Mitgliedstaaten investieren, gelten grundsätzlich als sicheres Investment. Die Fachzeitschrift „Finanztest“ aber warnt: Wer über börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in den Markt einsteigt, investiert oft ungewollt in Staaten mit mäßiger bis schwacher Bonität. Die Zusammensetzung von Rentenindizes orientiert sich nicht am wirtschaftlichen Gewicht der Staaten im Euroraum. Entscheidend ist vielmehr, wie viele Schuldtitel eines Staates tatsächlich im Umlauf sind. Deshalb sind italienische Staatsanleihen in vielen Fonds am stärksten gewichtet. Deutsche Staatsanleihen sind in einigen Indizes sogar weniger stark vertreten als Anleihen des vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland. Anleger sollten vor dem Kauf eines Renten-ETFs deshalb sowohl dessen aktuelle Zusammensetzung als auch die Fonds-Anlagerichtlinien unter die Lupe nehmen.

Viele Renten-Indizes weisen Schwächen bei der Konstruktion auf

In vielen Rentenindizes finden sich Konstruktionsschwächen, die erhebliche Risiken mit sich bringen. Der Euro MTS 10-15Y beispielsweise besteht zu mehr als 20 Prozent aus einer einzigen italienischen Staatsanleihe. Insgesamt ist fast ein Drittel des Fondsvermögens in italienischen Staatsanleihen angelegt. Weitere rund 20 Prozent sind in Schuldverschreibungen von Spanien, Portugal und Griechenland investiert. Deutsche Anleihen sind nicht im Portfolio des Index bzw. des entsprechenden ETFs vertreten. Die Anleihen speziell dieser Staaten sind mit einem erheblich größeren Risiko verbunden als deutsche Staatsanleihen, weil die Akteure am Rentenmarkt die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts bei den Mittelmeerländern höher einschätzen.

Breite Streuung vermindert das Staaten-Risiko

Ein solider Rentenfonds investiert nach Ansicht von Finanztest mindestens 50 Prozent seiner Mittel in die Anleihen von Staaten mit sehr guter Bonität. Dazu zählen neben Deutschland unter anderem Frankreich, Österreich und die Niederlande sowie Finnland. Anleger, die höhere Renditen erzielen möchten fahren mit den Anleihen der von der Krise besonders mitgenommenen Staaten allerdings besser. Während eine Bundesanleihe mit 10 Jahren Laufzeit gerade einmal 3,2 Prozent Zinsen p.a. abwirft, erhalten Anleger bei griechischen Titeln mehr als 6 Prozent. Italienische und spanische Anleihen bieten rund 4 und portugiesische und irische Titel 4,5 Prozent p.a. Besonders bei langen Restlaufzeiten schlägt sich das Bonitätsrisiko in einem deutlichen größeren Kursrisiko nieder.

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