Brasilianische Wirtschaft wächst rasanter
Das südamerikanische Land Brasilien verzeichnet einen Aufschwung. Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) stieg im 4. Quartal im Vergleich zum vorherigen Quartal um 2 % an. Für das derzeitige Jahr rechnet man mit höheren Wachstumsraten von 5,5 % bis 6 %. Insbesondere die ansteigende inländische Nachfrage ist für dieses Wachstum verantwortlich.
Starkes Jahr 2008 – schwächeres Jahr 2009
In dem krisengeschüttelten Jahr 2009 sank die Wirtschaft Brasiliens um 0,2 %. Dagegen wuchs sie im Jahr zuvor um 5,1 %. Laut den Ökonomen der Allianz hielten sich die Folgen der weltweiten Krise auf die Wirtschaft Brasiliens gegenüber den restlichen großen Schwellenländern mithilfe der stabilitätsorientierten Wirtschaftspolitik in Grenzen.
Maßnahmen verhinderten Rückgang vom Bruttoinlandsprodukt
In 2009 konnten insbesondere die höheren Staatsausgaben sowie der Privatkonsum einen größeren BIP-Rückgang verhindern. Dabei hatte die Zentralbank die Vergabe von Darlehen mittels einer Senkung der Mindestreserveauflagen der Finanzinstitute gefördert. Zudem unterstützte die Regierung mithilfe den Steuererleichterungen für die hochwertigen Konsumgüter (z. B. Fahrzeuge, Investitionsgüter). Trotz alledem konnten diese Maßnahmen nicht verhindern, dass die Investitionsmaßnahmen um 10 % eingebrochen sind.
Industrie schob die Wirtschaft an
Dies änderte sich nun. Im Schlussquartal hatte insbesondere die Industrie die Wirtschaft angeschoben. Schließlich zogen die Investitionen um 6,6 % an und somit auch wesentlich stärker als der öffentliche bzw. private Konsum.
Der Außenhandel Brasiliens
Selbst die Importe wurden durch die Investitionen angekurbelt. Die Importe zogen über doppelt soviel an als die Exporte, welche lediglich um 4 % gewachsen sind. Die Firmen aus Brasilien hatten den starken Real genutzt, um die Ausrüstungen, Anlagen sowie Maschinen in anderen Staaten zu erwerben.
Landwirtschaft und Baubranche haben positive Folgen für das Wirtschaftswachstum
Die Rekordernte in der Agrarwirtschaft könnte sich relativ gut auf das wirtschaftliche Wachstum in 2010 auswirken. Auch das Wachstum in der Baubranche kann positive Folgen für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr haben. Die Statistiker vom IBGE rechnen für 2010 in dem südamerikanischen Land mit zwei Millionen neuen Jobs.
Nachteile von dem Boom in Brasilien
Jedoch birgt dieser Boom auch negative Folgen für die Wirtschaft. Insbesondere im Handel, in der Bauindustrie sowie Hotellerie finden schon jetzt die Firmen kaum qualifizierte Mitarbeiter. Das IBGE geht davon aus, dass sechs Millionen gering qualifizierte arbeitslose Menschen selbst bei diesem Boom in Brasilien keine Anstellung finden werden.
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