Hochzinsanleihen: Vorsicht Risiko
Rund anderthalb Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers bieten Banken ihren Kunden weiter Hochzinsanleihen an, deren Risiken gerne verschwiegen werden. Und die Kunden suchen ihrerseits nach Investments mit attraktiven Renditen. Eine in diesen Tagen gängige Schuldverschreibung stammt vom griechischen Staat, der sich refinanzieren muss und dazu wie andere Staaten auch Anleihen am Kapitalmarkt begibt. Der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen fällt dabei mit 3 bis 4 Prozentpunkten sehr hoch aus, so dass viele Anleger den Einstieg erwägen. Der Aufschlag auf die Rendite aber wird teuer erkauft: Auch wenn Griechenland Mitglied der EU und der Währungsunion ist, kann ein Staatsbankrott nicht ausgeschlossen werden.
Staatspleiten sind kein Extremfall, sondern die Regel
Der griechische Staat ist mit deutlich mehr als der Wirtschaftsleistung eines Jahres verschuldet. Die Neuverschuldung beläuft sich rund 13 Prozent des BIP. Zwar hat die Regierung in Athen scharfe Sparmaßnahme angekündigt, mit denen die Lage wieder unter Kontrolle gebracht werden soll. Ob diese letztlich greifen können oder ob der Widerstand siegt (in Griechenland gab es in den vergangenen Jahren mehrfach größere soziale Unruhen), steht derzeit noch in den Sternen. Auch auf Beistand der EU können Anleger im Zweifelsfall nicht zwingend hoffen. Staatspleiten sind -anders als es manche Politiker gern glauben machen wollen – kein Extremfall. Zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts etwa musste Argentinien seinen Bankrott eingestehen. Im vergangenen Jahr wurde Island vom Staatsbankrott getroffen. Ohne finanzielle Hilfe anderer Staaten wären u.a. Rumänien und Ungarn zahlungsunfähig.
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