Kommt jetzt die „Bad Bank light“?
In der großen Koalition wird offenbar über eine „Bad Bank light“ diskutiert. Zwar bezeichnete das Finanzministerium dies als „reine Spekulation“, Beobachter sehen in der Alternative aber eine mögliche Lösung. Die diskutierten Modelle sehen einen Austausch „toxischer“ Wertpapiere in den Bankbilanzen gegen werthaltige Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand vor. Die Risiken in den Bilanzen der Kreditinstitute wären dann bereinigt und der Interbankenmarkt sowie die Kreditvergabe könnten wieder in Gang gesetzt werden. Die Ausgleichsforderungen beteiligen die Banken für lange Zeit an den Verlusten und entlasten dadurch den Steuerzahler. Ausgleichsforderungen waren in der deutschen Geschichte bereits bei der Währungsreform 1948 und bei der Wiedervereinigung 1990 eingesetzt worden. Kritiker bemängeln allerdings, dass das Instrument in einer global vernetzten Bankenwelt nur sehr schwer einsetzbar sei.
Ähnliche Beiträge:
- Norwegen legt vor: Kommt jetzt die Zinswende? Als erste europäische Volkswirtschaft wird Norwegen am Mittwoch aller Voraussicht nach die Leitzinsen erhöhen. Auch wenn das skandinavische Land...
- Keine Bad-Bank in Deutschland Eine zentrale Bad-Bank, die angeschlagenen Instituten toxische Wertpapiere abkauft und damit die Bilanzen der in Not geratenen Geldhäuser entlastet,...
- Rettungsschirm wird nachgebessert Der staatliche Rettungsschirm für die kriselnde Bankenbranche wird nachgebessert. Auch wenn Details noch nicht bekannt sind, zeichnen sich bereits...
- Island: Wer zahlt die Zeche für Icesave-Bank? Weiterhin streiten sich die Isländer über die Frage, wer für die Schulden der isländischen Bank Icesave zahlen soll. Einer...
- Einlagensicherung: Was Sparer jetzt wissen müssen Die Einlagensicherung ist im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder in den Blickpunkt des Interesses gerückt. War der Zusammenbruch...
