Inflation wird im Februar unerwartet gedämpft
Die Inflation wurde durch die günstigeren Lebensmittel im Februar ganz unerwartet gebremst. Im Vergleich zum Monat aus dem Vorjahr kletterten die Verbraucherpreise lediglich um 0,4 %. Am Freitag teilte das Statistische Bundesamt dies nach der ersten Schätzung mit.
Die Teuerungsrate
Die Teuerung betrug im Januar noch 0,8 %. Experten prognostizierte einen Rückgang um 0,1 % Prozentpunkte auf 0,7 %. Die Preise stiegen im Vergleich zum Vormonat um 0,2 % an.
Die sinkenden Lebensmittelkosten
Die günstigere Lebensmittel bremsten den Zuwachs der Lebenshaltungskosten. Für die Lebensmittel bezahlte man im Bundesland Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt 0,3 % weniger als im Vorjahresmonat. In Hessen betrug der Rückgang sogar 1,2 %. Die Discounter senkten zu Beginn des Monats die Preise für Schokolade, Butter sowie für weitere Nahrungsmittel.
Energiekosten trieben Preise
Dahingegen waren die Energiekosten die Preistreiber. In Nordrhein-Westfalen stiegen Benzin und Diesel um 11,2 %. Selbst Heizöl verteuerte sich um 16 % als vor Jahresfrist.
Die Analyse des Postbank-Chefsvolkswirts Marco Bagel
Laut dem Chefsvolkswirt der Postbank Marco Bargel gibt es keinen massiven Inflationsdruck. Die Konjunktur ist nicht gerade stark. Zudem haben die Firmen eine schlechte Auslastung. Natürlich beschränkt dies den Spielraum für Preissteigerungen. Außerdem ist der Kostendruck für die Unternehmen aufgrund der moderaten Lohnsteigerungen gering.
Lohnsteigerungen werden durch Inflationsrate zunichte gemacht
Die Preise könnten in Zukunft insbesondere wegen den teuren Energiekosten wieder erheblich steigen. Im Jahresdurchschnitt liegt die Inflation bei 1,5 %. Dies reicht schon aus, um zahlreiche Lohnsteigerungen wieder kaputt zu machen. In 2010 werden die Reallöhne kaum steigen und der Privatkonsum wird aufgrund dessen minimal sinken.
Kaum Preisdruck durch geringe Inflationsrate
Die Inflation betrug im Jahr 2009 0,4 %. Seit der Wiedervereinigung ist dies der niedrigste Wert. Die geringe Inflationsrate in Deutschland zeigt selbst in der Euro-Zone lediglich einen geringen Preisdruck. Es wird wohl kaum vorkommen, dass die EZB den Leitzinssatz künftig anheben wird.
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