Immobilien sind als Geldanlage nicht mehr, was sie einmal waren
Unter deutschen Anlegern hält sich das Gerücht, dass Immobilien stetig im Wert steigen und so neben einer attraktiven Realrendite auch einen Schutz gegen Inflation bieten. Deshalb – und wegen steuerlicher Anreize – investieren viele in Wohnungen und vermieten diese. Der Immobilienmarkt aber hat sich mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland gravierend gewandelt. Die Zeiten, in denen steigende Mieten und Preise ein Automatismus waren, sind längst vorbei. In vielen Regionen Deutschlands sind die realen Preise seit vielen Jahren rückläufig. Das gilt insbesondere in ländlichen Regionen sowie in Gegenden mit schwachen wirtschaftlichen Strukturen.
Vermietungsrisiko und Kapitalbindung sind zusätzliche Nachteile
Selbst die Metropolen des Südens sind kein Garant mehr für steigende Preise: Die Mieten in der bayrischen Landeshauptstadt München sind von 2004 bis 2009 um lediglich 6 Prozent gestiegen – die allgemeine Teuerungsrate in diesem Zeitraum betrug 10 Prozent. Dabei gilt München aus Eigentümersicht als einer der attraktivsten Immobilienmärkte Deutschlands. Die Investition in eine einzelne Immobilie bringt weitere Risiken und Nachteile mit sich, die alternative Anlagen wie Bank- oder Fondssparpläne nicht beinhalten. Eigentümer müssen so mit dem Leerstandsrisiko kalkulieren: Kann ein Objekt dauerhaft nicht vermietet werden, sinkt die Rendite schnell in den negativen Bereich ab. Gerade in der heutigen Zeit, die hohe Ansprüche an Flexibilität stellt, ist auch die langfristige Kapitalbindung eines Immobilien-Investments ein Nachteil.
Ähnliche Beiträge:
- Mietpreise steigen langsam – München ist am teuersten Die Immobilienpreise und Mieten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren nur langsam gestiegen. Der Anstieg der Mieten pro...
- Mieten steigen kaum Die Mieten in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren nur sehr schleppend entwickelt. Eine Studie des Beratungsunternehmens Empirica,...
- Laufzeiten-Mix bei der Geldanlage für mehr Rendite und Flexibilität Sparer sollten bei verzinslichen Geldanlagen auf mehrere Laufzeiten setzen. Das empfiehlt Max Herbst von der FMH Finanzberatung. Dadurch sei...
- Mehrfamilienhäuser: Immobilien und Immobilien-Standorte mit Zukunft Das bekannte Makler-Unternehmen Engel & Völkers (E&V), das bundesweit ein dichtes Netz von Franchise-Partnern unterhält, hat vor kurzem in...
- Autokredite sind nicht immer günstiger Es muss nicht Autokredit draufstehen: Gewöhnliche Ratenkredite sind häufig günstiger als Darlehen, die explizit zur Fahrzeugfinanzierung bestimmt sind. Kredite...


“Keine Wertsteigerungen bei Immobilien”
Ist leider wahr – aber nur in Deutschland!
Hier in Paris beobachten wir auf dem Immobilienmarkt fulminante Preissteigerungen. Wer beisielsweise im Jahr 1995 im 8. Arrondissement um die “Champs- Elysées” ein Appartement für 100 Geldeinheiten gekauft hat, konnte es 2008 durchschnittlich für 221GE veräussern.
Hier finden Sie mehr Informationen zu diesem Thema:
http://www.khs.fr/blogDE.cfm?mois=10&annee=2009