Inflationsanleihen: Nicht immer wirkt der Schutz
Inflationsgekoppelte Finanzprodukte liegen im Trend: Die Angst vor einer steigenden Teuerungsrate infolge der weltweit gestiegenen Staatsverschuldung treibt Anleger in Anleihen, deren Kupon oder Mantel an die Entwicklung der Verbraucherpreise gekoppelt ist. Einige Inflationsanleihen leiten ihren Kupon aus der Inflationsrate ab: So kann in den Emissionsbedingungen etwa vereinbart werden, dass jeweils die mit dem Faktor 2 multiplizierte gemessene Inflationsrate als Zinssatz gezahlt wird. Die Inflation wird dabei zumeist anhand des Harmonisierten Verbraucherpreisindexes ohne Tabakwaren (HVPI ex Tabak) gemessen. Sie kann sich auf die Inflation im gesamten Euroraum ebenso beziehen wie auf die Teuerungsrate nur in Deutschland.
Inflationserwartung der Anleger beeinflusst Kurse
Andere Anleihen leiten auch die Rückzahlung aus der Inflationsrate ab. Unabhängig davon unterliegen alle inflationsgekoppelten Produkte einem zusätzlichen Kursrisiko, weil die Inflationserwartung der Marktteilnehmer die Kurse beeinflusst. Gehen die Marktteilnehmer von deutlich steigenden Inflationsraten aus, steigt auch der Kurs inflationsindexierter Schuldverschreibungen – die Rendite fällt dann schmaler aus. Je ausgeprägter die Inflationserwartungen sind, desto stärker verzerren sie die Kurse. Im schlimmsten Fall erzielen Anleger deshalb mit ihrem Investment ein schlechteres Ergebnis als mit einer gewöhnlichen Anleihe ohne Inflationsbindung. Inflationsanleihen sollten deshalb nicht aufgrund der aktuellen Befürchtungen im Hinblick auf die Geldwertstabilität übergewichtet werden – eine Hyperinflation steht noch nicht vor der Tür.
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