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Sorge um steigende Staatsverschuldung in Großbritannien wächst

Eingetragen am 23. Februar 2010 – 11:23Kein Kommentar

Derzeit richten viele ihre Aufmerksamkeit auf die schwachen Euro-Länder (z. B. Griechenland). Jedoch steigt in der britischen Hauptstadt die Sorge, dass selbst Großbritannien ins Blickfeld der Spekulanten kommen könnte. Denn die Staatsverbindlichkeiten laufen aus dem Ruder. Dies wird für Großbritannien ein ernst zu nehmendes Problem.

Die Trendwende in Großbritannien

Das britische Pfund profitierte noch im Januar von der Schuldenproblematik in Griechenland. Die Währung von Großbritannien stieg im Vergleich zum Euro um etwa 2,5 %. Jedoch gab es eine Trendwende. Zu Beginn des Monats Februars verlor das britische Pfund im Vergleich zum schwachen Euro und im Vergleich zum Dollar brach der Sterling sogar um 4,8 % ein.

Die britische Staatsanleihe im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe

Selbst auf dem Anleihemarkt kann man auf Anzeichen für den steigenden Verkaufsdruck stoßen. In der letzten Woche brach die Bewertung der 10-jährigen britischen Staatsanleihe auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren ein. Zugleich zog der Risikoaufschlag im Vergleich zu den deutschen Bundesanleihen zum ersten Mal seit vier Jahren auf einen Prozentpunkt. Die Ökonomen sehen dies als ein Anzeichen dafür, dass die Anleger die steigende britische Staatsschuld immer mehr problematischer sehen.

Die größte Neuverschuldung seit etwa 60 Jahren

Nach den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds wird Großbritannien im aktuellen Jahr mit einer neuen Verschuldung von 13 % der Wirtschaftsleistung das größte Finanzloch von sämtlichen großen Industrieländer haben. Das letzte Mal, als die Haushaltslage so schwierig war, war in den 50er Jahren. Damals musste das Land die Kriegsverbindlichkeiten reduzieren.

Die Erwartungen beim Budgetdefizit und bei der Neuverschuldung werden übertroffen

Es musste unbedingt im Januar geschehen, dass sich die finanzielle Lage weiterhin verschlechtert hatte. Dies ist normalerweise der Monat, in welchem der Fiskus die höchsten Erlöse einnimmt. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Neuverschuldung um 4,3 Milliarden Pfund an, sodass sich das Budgetdefizit in dem Haushaltsjahr bis Ende März auf maximal 180 Milliarden Pfund erhöhen wird. Der Finanzminister Alistair Darling hatte eigentlich zwei Milliarden Pfund weniger erwartet.

Drohungen von den Rating-Agenturen – Hohe Einschnitte bei der Wirtschaftsleistung gefordert

Nun erhält Großbritannien Drohungen seitens der großen Rating-Agenturen. Diese drohen dem Land, die Bonitätsbestnote „AAA“ zu verschlechtern, sofern die kommende Regierung nach den Wahlen keinen entsprechenden Sparkurs beschließt. Derzeit schätzt der Internationale Währungsfonds, dass das Königreich in den nächsten Jahren Einbrüche von bis zu 13 % der Wirtschaftsleistung erbringen muss, um die Staatsverbindlichkeiten unter Kontrolle zu bekommen. Dies sind 4 % mehr als der Internationale Währungsfonds für das hoch verschuldete Griechenland vorhergesagt hatte.

Die selbständige Währungs- und Geldpolitik des Königreichs

Jedoch gibt es so manch einen Experten, welcher davor warnt, die Schuldenkrise von Großbritannien mit der Krise von Griechenland gleichzusetzen. Schließlich könnte das Königreich im Gegensatz zu dem in der Euro-Zone befindliche Griechenland eine eigenständige Währungs- und Geldpolitik verfolgen. Aufgrund dessen kann die kommende Regierung entweder durch die hohen Inflationsraten oder durch das weitere Abwerten des britischen Pfundes einen Anteil der Anpassungslasten abbremsen.

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