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Baukredit in fremder Währung: Ein Spiel mit dem Zufall

Eingetragen am 23. Februar 2010 – 10:59Kein Kommentar

Fremdwährungskredite sind trotz der Finanzkrise nicht aus der Mode gekommen: Banken ermöglichen noch immer Hypothekenfinanzierungen in Franken, Yen und Dollar. Das Prinzip dieser Finanzierungen ist einfach: Der Kredit für eine Immobilie wird nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung aufgenommen. Das Motiv: Zinsen sparen! In der Schweiz, den USA oder Japan ist das Zinsniveau oft deutlich niedriger als in der Eurozone. Darüber hinaus bestehen weitere Gewinnchancen: Wertet sich der Euro im Tilgungsverlauf gegenüber der Darlehenswährung auf, sinkt die Schuldenlast, weil weniger Euro für die in Fremdwährung notierte Annuität aufgebracht werden müssen. Im besten Fall – so jedenfalls werben einige Anbieter der Konzepte – tilgt sich der Kredit von ganz allein.

Die Geschichte zeigt: Große Kurssprünge am Devisenmarkt sind möglich

Der anfänglichen Zinsersparnis und der Chance auf Wechselkursgewinne stehen entsprechende Risiken gegenüber. Zum einen kann der Zinssatz auch in anderen Währungsräumen ansteigen, zum anderen besteht such die Möglichkeit einer Euro-Abwertung. Fremdwährungskredite sehen fast immer eine variable Verzinsung vor, die sich aus einem Geldmarktzinssatz ableitet. Ein Blick in die Geschichte zeugt, dass Kursbewegungen am Devisenmarkt sehr heftig ausfallen können. Im Extremfall können durchaus 50 Prozent Verlust anfallen – zumindest theoretisch.

Banken ziehen automatisch die Reißleine

In der Praxis werden Fremdwährungskredite automatisch und Euro umgeschuldet, wenn der Bank die Sicherheiten nicht mehr ausreichen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob das hohe Risiko durch die niedrigeren Zinsen und die Gewinnchancen aufgewogen wird. Klar ist aber, dass durch den Einsatz von Fremdwährungskrediten jede Immobilienfinanzierung zu einer Spekulation am Devisenmarkt wird. Wer über entsprechende Rücklagen verfügt, kann mit dem Modell und etwas Glück und Geschick viel Geld verdienen. Junge Familien auf dem Weg ins Eigenheim bleiben besser bei klassischen Euro-Finanzierungen.

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