Versicherer stehen wegen niedrigen Zinsen unter Druck
Wer zwischen Juli 1994 und Juli 2000 eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte, erhält einen Mindestzinssatz von 4 %. Sobald die Kapitalmarktzinsen sinken, so geraten die Lebensversicherer mit diesen Beständen an Lebenspolicen rasch unter Druck. Somit steigt das unternehmerische Risiko für die Versicherungsgesellschaft.
Möglicherweise steigende Deckungsrückstellungen
Nach der Aussage des Chefs der Kölner Rating-Agentur Assekurata, Reiner Will, besteht ein großes unternehmerisches Risiko. Es kann sogar auch Nachreservierungen geben. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft die Deckungsrückstellungen erhöhen muss. Allerdings senkt dies Gewinne und somit auch zukünftige Überschussbeteiligungen.
Die Marktstudie von Assekurata
Assekurata führt eine neue Marktstudie durch. Hier stellte man fest, dass die Versicherer momentan in einem gewichteten Mittel etwa 30 % von ihren Verpflichtungen mit solch einem Mindestzinssatz bedienen müssen. Bei manchen Versicherer kann diese Quote sogar bis zu 60 % betragen.
Versicherer unter Druck
Im Vergleich dazu erzielen die Versicherungsgesellschaften mit dieser Kapitalanlage durchschnittlich lediglich etwa 3,5 % Zinsen. Der Garantiezins ist jedoch bereits auf 2,25 % gesunken. Selbst der Chef der BaFin, Jochen Sanio, sieht, dass die Versicherungsunternehmen bei einer weiter anhaltenden Niedrigzinsphase unter Druck stehen.
Der Rückgang bei der laufenden Verzinsung
Aber die laufende Verzinsung bei bereits bestehenden Policen verzeichneten einen leichten Rückgang. Nach Angaben von Assekurata erhalten die Kunden von den Anbietern im Jahr 2010 über sämtliche Tarifgenerationen und -formen durchschnittlich 4,19 % gut. Dies sind 0,06 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Ferner müssen sich die Versicherten nach der Meinung von Will auf einen weiteren Rückgang einstellen.
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