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Tariferhöhungen werden durch Kurzarbeit aufgefressen

Eingetragen am 23. Januar 2010 – 13:22Kein Kommentar

Die Gewerkschaften haben in formeller Sicht im Jahr 2009 relativ große Tariferhöhungen erreicht. Jedoch kam für den Arbeitnehmer in der Praxis kaum etwas an. Laut dem Forschungsinstitut WSI stiegen die Tarifgehälter und -löhne auf das Jahr gerechnet um 2,6 %. Allerdings sieht die Wirklichkeit ganz anders aus.

Effektivlöhne der Industriemitarbeiter sind stark betroffen

Im Durchschnitt reduzierten sich die tatsächlich gezahlten Effektivlöhne um 0,4 %. Insbesondere die Mitarbeiter in der Industrie sind davon betroffen. Der Grund für diesen Unterschied ist zunächst die Lohneinbuße aufgrund von Kurzarbeit und weiteren Beiträgen, die die Jobs abgesichert hatten.

Die gegensätzliche Entwicklung bei der Autoindustrie, beim Maschinenbau und öffentlichen Dienst

Das Statistische Bundesamt hatte für die Bereiche wie den Maschinenbau oder die Autoindustrie bis zum Ende des 3. Quartals des Jahres 2009 Einbußen beim Effektivlohn von über 5 % ermittelt. Dagegen liegt der öffentliche Dienst sehr weit vorne. Hier gab es einen Tarifanstieg in Höhe von 3,7 %, was wesentlich höher als der durchschnittliche Tarifzuwachs ist. Es gibt beim Staat fast gar keine Kurzarbeit oder auch weitere Krisenmaßnahmen, welche das Effektiveinkommen senken.

Die Tarifverhandlungen bei Verdi

Im Jahr 2010 darf sich dieses Muster fortsetzen. Die Gewerkschaft Verdi führt momentan im öffentlichen Dienst eine Tarifrunde durch. In dieser Tarifrunde fordert sie eine Erhöhung von 5 %. Dagegen fordert die IG Metall, welche für den Großteil des Tarifbereichs verantwortlich ist, Jobsicherungsmaßnahmen anstatt die Löhne zu erhöhen.

Forderungen bei der IG-Metall-Tarifkommission

Gestern beschloss die Tarifkommission der IG Metall in Baden-Württemberg, den andauernden Sondierungen seitens des Arbeitgebers via eines Job-Paketes zumindest bis Anfang Februar zu warten. Die IG-Metall-Tarifkommission will erst dann alles rund um eine potentielle Lohnforderung klären. Im April werden nämlich die bisherigen Metall-Tarifverträge auslaufen.

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