Basketanleihen: Faire Bewertung kaum nachvollziehbar
Banken bieten im aktuellen Marktumfeld verstärkt Basketanleihen an. Dabei handelt es sich um Schuldverschreibungen, deren Rückzahlung an die Entwicklung mehrerer Basiswerte – oft Aktien – gekoppelt ist. Das Prinzip: Anleger erhalten einen attraktiven Zinssatz, der ein Mehrfaches der Rendite sicherer Staatsanleihen beträgt. Die Rückzahlung der Basketanleihe aber erfolgt nur dann zum Nennwert, wenn alle im Korb des Produkts berücksichtigten Basiswerte bei Fälligkeit über einem bestimmten Kursniveau notieren. Ist dies nicht der Fall, erfolgt die Rückzahlung durch die Lieferung einer bestimmten Anzahl von Aktien zum Tageskurs. Je nach Produkt wird dabei entweder in der Aktien mit dem größten oder der mit dem kleinsten Kursverlust gezahlt. Auch andere Variationen sind möglich.
Klassische Aktienanleihen sind die bessere Wahl
Das Problem solcher Anlagen besteht in der Komplexität der Bewertung. Privatanleger können praktisch nicht nachvollziehen, wie hoch der faire Preis für eine solche Anleihe sein muss. Das Kursverhalten von Basketanleihen während der Laufzeit ist noch schwieriger nachzuvollziehen. Bei derart komplexen Produkten fällt es Emittenten leicht, zusätzliche Gewinnmargen einzubauen. Der augenscheinlich hohe Zinssatz trügt: Je mehr Aktien im Korb der Anleihe enthalten sind, desto mehr Risiken trägt der Anleger auch – höher als der Nominalwert der Anleihe kann die Rückzahlung schließlich nicht ausfallen, so dass mit jeder zusätzlichen Aktie auch ein zusätzliches Risiko verbunden ist. Besser als komplizierte Basketanleihen sind deshalb klassische Aktienanleihen (Reverse Convertibles), die sich nur auf eine Aktie beziehen.
Ähnliche Beiträge:
- Kapitalanlage: Aktienanleihen sind das Instrument der Profis Bei der Kapitalanlage schenken Privatanleger einem sehr wirkungsvollen Instrument zu wenig Beachtung: Aktienanleihen finden sich in zu wenigen Depots....
- Aktienanleihen: Alternative mit Rendite Die Verzinsung sicherer Geldanlagen ist derzeit sehr niedrig: Für täglich fällige Anlagen werden im Durchschnitt etwa 1,3 Prozent im...
- Tagesgeld und Festgeld: Diese Banken zahlen faire Zinsen Das Zinsniveau im Einlagengeschäft ist nicht nur niedrig, sondern es sinkt auch immer weiter. Sparer müssen schon allein deshalb...
- Dispokredit: Diese Banken bieten faire Zinsen Nach den Feiertagen kommt das böse Erwachen: Ist das Konto nach Adventseinkäufen und Silvestertrip im Minus, lassen horrende Kosten...
- Stabiles Anlagevolumen auf dem Zertifikatemarkt Das Anlagevolumen auf dem deutschen Derivatehandel stagniert. Dies zeigt die Marktstatistik für das Schlussquartal für das Jahr 2009, welche...

