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Telekom-Manager unter Verdacht: Gründung von eigenen Shops für Provisionsbetrug

Eingetragen am 11. Januar 2010 – 16:54Kein Kommentar

Sowohl Call-Center als auch weitere Vertriebspartner bekamen von leitenden Telekom-Manager einen nicht erlaubten Zugriff auf die Daten von Kunden sowie auf das Provisionssystem des Unternehmens. Sie nutzten es aus, indem sie eigene Handy-Shops und Call-Center gründeten, welche verdeckt auf den Namen von Familienmitgliedern liefen.

Die vertraulichen Unterlagen

Dies geht sowohl aus sehr streng vertraulichen Unterlagen des Telekom-Konzerns sowie aus den Unterlagen der Staatsanwaltschaft in Bonn hervor. Laut dem internen Abschlussbericht von PricewaterhouseCoopers (PwC) zum Datenskandal bei der Handyshopkette dug wurden außerdem zwei Manager der Telekom-Tochterfirma T-Mobilie aufgeführt. Diese wussten, dass die Vertriebspartner illegal auf die Kundendaten zugreifen konnten.

Ein Verdächtiger: Sascha Hancke

In diesem Bericht wurde der zum früheren Zeitpunkt für den Handel zuständigen T-Mobile-Bereichsleiter Sascha Hancke genannt. Er ist heute der Vertriebschef des Handy-Produzenten LG. Aufgrund dessen schlug Telekom-Vorstand Manfred Balz im 34-Punkte-Plan zur Bewältigung des Datenskandals vor, dass man im Vertriebsmanagement eine Rotation einführt.

Die Vorgehensweise

Laut dem vertraulichen PwC-Bericht hätte der ehemalige T-Mobile-Manager Hancke Kenntnisse darüber gehabt, dass die Handyshopkette dug selbst über die Call-Center DSL-Anschlüsse an die Konsumenten verkauft hatte. Die dug-Manager statteten sämtliche 400 Shops mit den erforderlichen Kennungen sowie Zugangscodes aus. Diese wurden anschließend an die Call-Center weitergereicht. Auch Hancke kann davon Kenntnisse gehabt haben und als PwC die entsprechenden Manager befragen wollte, hat der Telekom-Konzern die Gespräche nicht erlaubt.

Die Folge des falschen Verhaltens: Kündigung und Abmahnung

Die Telekom hatte eingeräumt, dass einzelne Mitarbeiter von T-Mobile das Wissen von dem vertragswidrigen Verhalten der Vertragspartner hatten. Offiziell hieß es, dass ein Mitarbeiter bereits abgemahnt wurde und ein anderer Mitarbeiter verließ bereits das Unternehmen. Die Vorwürfe wies der bei der Firma LG tätige Hancke zurück, weil die Revision bei ihm kein einziges Fehlverhalten festgestellt hatte. Ferner war es seine Initiative, dass einer von seinen Mitarbeitern abgemahnt wurde.

Mitarbeiter nutzten das Vertriebssystem aus

Ferner geht aus den Unterlagen hervor, dass die Manager das ausweitende Vertriebssystems des Unternehmens dazu ausgenutzt haben, um selber von den Provisionszahlungen für Vertragsverlängerungen sowie Neukunden einen Nutzen ziehen zu können. Die Manager gründeten unter den Namen von Familienmitgliedern eigene Call-Center sowie Shops, um selber die DSL-Anschlüsse an die Konsumenten zu bringen. Die Provisionen des Arbeitgebers Telekom wurden hier in den eigenen Geldbeutel abgezweigt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt zudem, dass sie sich damit am Provisionsbetrug beteiligt hatten.

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