Griechenland plant neue Staatsanleihen aufgrund der Schuldenkrise
Schon seit Wochen führt die Bonität Griechenlands an den Finanzmärkten zur Sorge. Schließlich steckt das Land sehr tief in der Schuldenkrise. Die Kreditwürdigkeit des Landes wurde bereits herabgestuft. Deshalb denkt die Regierung über eine Privatplatzierung von Staatsanleihen nach und damit will sich das Land vom dem Schuldenberg loslösen.
Die Klarstellung des griechischen Finanzministers
Für das Bewältigen der Finanzprobleme erwartet das hochverschuldete Land keine Hilfe von außen. Dies hatte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou klargestellt. Athen denkt stattdessen über eine Privatplatzierung von Staatsanleihen noch im Januar nach.
Die Diskussion um die Hilfen für Griechenland
Die Reaktion des griechischen Finanzministers folgte auf die Aussage vom EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark. Stark sagte im Interview mit der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“, dass die restlichen europäischen Staaten „nicht ihre Brieftaschen aufmachen würden, um Griechenland zu retten“. Diese Aussage von Stark hatte den Euro an den Finanzmärkten zuweilen unter Druck gebracht und sie führte in Athen zu einer deutlichen Verstimmung. Laut dem griechische Finanzminister bräuchte Athen diese Klarstellung überhaupt nicht und Griechenland würde selbst tun, was notwendig ist.
Die Herabstufung der Bonität
Im letzten Jahr verzeichnete Griechenland das größte Haushaltsdefizit von allen EU-Ländern. Ferner gab es die höchste Schuldenquote in der EU. Die Rating-Agenturen Standard & Poor’s sowie Fitch stuften im Dezember die Bonität Griechenlands auf „BBB+“ herab. Somit wurde Griechenland aus der obersten Liga der Schuldner verbannt.
Die Folgen der Herabstufung
Aufgrund der Herabstufung wurden die Kurse von griechischen Staatsanleihen unter Druck gesetzt. Somit wurde auch der Schuldendienst verteuert. Die Rendite der 10-jährigen griechischen Bonds liegt derzeit bei etwa 2,3 Prozentpunkten oberhalb der vergleichbaren Bundesanleihe.
Anleihen auf mehrere Banken verteilt
Griechenland kann mit der neuen Privatplatzierung die Risiken von einer Auktion ausweichen. Zudem brachte das Land im Dezember Anleihen in Höhe von 2 Milliarden Euro bei vier griechischen Kreditinstituten sowie der italienischen Banca IMI unter. Außerdem rentiert der variabel verzinsliche Bond mit der Fälligkeit im Jahr 2015 bei 2,5 Prozentpunkten oberhalb des 6-Monats-Euribor. Jedoch berichten die Marktteilnehmer, dass die Banken die Anleihe nur zögerlich genommen hatten.
Der riesige Schuldenberg
Griechenland muss im Januar Verbindlichkeiten in Höhe von 4,8 Milliarden Euro refinanzieren. Dabei ist es von der Reaktion auf das im Januar erwartete Konsolidierungsprogramm der griechischen Regierung abhängig, ob man über ein Bankenkonsortium an den Markt geht oder ob man wiederum eine Privatplatzierung wählt. Wenn man die Schulden der Privatwirtschaft berücksichtigt, hatte Griechenland laut der Notenbank zum Ende des dritten Quartals 2009 403,2 Milliarden Euro Schulden (= 168 % des BIP). Von diesem Betrag entfallen 263 Milliarden Euro auf die Staatsschulden.
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