Die anhaltende Niedrigzinsphase bedroht Betriebsrenten und Lebensversicherungen. Die niedrigen Zinsen treiben die Immobilienpreise und entwerten damit Bausparverträge. Das billige Geld kommt viele teuer zu stehen.

Das Zinsniveau ist seit Jahren ausgesprochen niedrig. Was Bauherren freuen kann, untergräbt das Fundament jeder soliden Finanzplanung. Gewahr wird die Problematik aktuell bei den Betriebsrenten, die für 17 Millionen Beschäftigte ein integraler Bestandteil ihrer Altersvorsorge sind. Die Lücke zwischen den Zahlungsversprechungen und dem tatsächlich vorhandenen Kapital der Pensionsfonds wächst rasch: Mittlerweile liegt sie bei rund 40 Prozent. Zwar haften die Betriebe für die Lücke – wird diese aber zu groß, sind Verluste für Beschäftigte unumgänglich.
Kapitallebensversicherungen sind ein Verlustgeschäft
Noch wichtiger als die betriebliche Altersvorsorge sind kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen für die Absicherung gegen Altersarmut. Das einstige Vorzeigemodell der privaten Vorsorge ist -zumindest bei Neuverträgen – zu einem weitgehend unattraktiven Produkt geworden. Bei einem Garantiezins von 1,75 Prozent vor Abzug von Vertriebs- und Verwaltungskosten und einer bei immer mehr Versicherern unter die Marke von 4,00 Prozent rutschenden Gesamtverzinsung müssen Millionen Sparer ihre Kalkulation über Bord werfen. Das gilt selbst dann, wenn die Inflation in den nächsten Jahren nicht deutlich und dauerhaft über 2,00 Prozent steigen sollte.
Weniger Rente nicht nur in der gesetzlichen Rentenversicherung
Damit ereilt die privaten Vorsorgeformen dasselbe Schicksal wie die gesetzliche Rentenversicherung. Um im Alter ein ausreichende Einkommen zu sichern, müssen immer höhere Beträge eingezahlt werden. Je länger die Niedrigzinsphase andauert, desto prekärer wird die Lage sowohl in der betrieblichen Altersversorgung als auch bei Lebens- und Rentenversicherungen. LV-Kunden mit älteren Verträgen profitieren bislang noch von höheren Garantiezinsen aus besseren Zeiten. Erstens laufen immer mehr dieser Verträge aber aus, zweitens kann eine Garantie auch ausgesetzt werden, wenn die Situation am Rentenmarkt den Versicherern weiter zusetzt.
Aktien können ein Ausweg sein
Ein denkbarer, aber keinesfalls risikoarmer Ausweg aus dem Dilemma sind Aktien. Anleger erwerben hier realwirtschaftliche Sachwerte mit Potenzial: Starke positionierte Unternehmen können inflationäre Tendenzen auf ihre Absatzmärkte umwälzen. Akten bieten die Chance auf eine sehr viel bessere Performance als (sichere) Anleihen. Große Konzerne bieten derzeit Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr. Zusätzlich können Anleger von Kursgewinnen profitieren. Allerdings sind auch sehr große Verluste möglich – gerade in den letzten Jahren haben Investments in Aktien Anlegern gute Nerven abverlangt.
Im Zweifel Tagesgeld?
In der aktuellen Situation ist mit einer möglichst weitreichenden Schadensbegrenzung schon viel gewonnen. Wer sich an den Aktienmarkt nicht herantraut und lange Anlagezeiträume scheut, kann auf ein simples Tagesgeldkonto ausweichen, bis sich die Situation entspannt hat. Im Durchschnitt bietet Tagesgeld mit 1,3 Prozent zwar nicht genug für einen Inflationsausgleich. An der Spitze der Zinsranglisten finden sich aber Angebote mit bis zu 2,40 Prozent. Der Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich – hier geht’s zum Tagesgeldzinsen vergleich.
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