Für Tagesgeld zahlen Banken im Schnitt kaum mehr als 1,3 Prozent. Zinsjäger finden nur noch vereinzelt Angebote jenseits von 2,00 Prozent. Bei Festgeld sieht es nicht besser aus. Die Devise kann nur lauten: Schadensbegrenzung, so weit es geht.
Leuchtturmprojekte haben in diesen Tagen kein gutes Image. Bei Geldanlagen kann es sich aber lohnen, nach ihnen Ausschau zu halten. 2,25 Prozent für Tagesgeld mit sechs Monaten Zinsgarantie sind bei der GEFA-Bank aus Wuppertal aufgerufen. Das Angebot gilt exklusiv für Neukunden und setzt eine Mindesteinlage in Höhe von 10.000 Euro voraus. Nur der Direktversicherer Cosmos Direkt bietet mit 2,50 Prozent etwas mehr – die Zinsgarantie läuft aber schon am 30. September aus. Zum 01. Oktober sinkt der Zinssatz auf 2,00 Prozent.

Die Benchmark liegt bei 2,00 Prozent
Die nach eigenen Angaben unabhängige FMH Finanzberatung schätzt den durchschnittlichen Zinssatz für täglich fällige Einlagen auf 1,32 Prozent. Zinsjäger interessieren sich für breite Durchschnitte nicht und beobachten nur den oberen Bereich der Zinsranglisten. Doch auch dort ist nicht viel zu holen: Mit der ING-DiBa, der Bank of Sotland, der VW-Bank, der Audi-Bank und der Bank11 bieten gleich fünf bekannte „Tagesgeld-Banken“ exakt 2,00 Prozent. Mit Ausnahme der Bank11 und der Bank of Scotland gilt dieser Zinssatz nur für Neukunden – Bestandskunden erhalten weitaus weniger. Die Marke von 2,00 Prozent ist deshalb eine sinnvolle Benchmark für Zinsjäger.
Auslandsbanken liegen vorn
Banken mit Sitz im benachbarten Ausland bieten auffällig häufig mehr als die deutsche Konkurrenz. Die niederländische Rabobank ist nach der ING und der ABN Amro die dritte Großbank des Landes, die in Deutschland aktiv ist. Seit Juni bietet sie unter der Marke RaboDirect Anlagen in Tagesgeld, Festgeld und Kündigungsgeld an. Für Tagesgeld bietet das Institut 2,40 Prozent. Nur geringfügig weniger zahlt die ABN-Amro-Tochter MoneYou mit 2,35 Prozent. MoneYou ist bereits seit Juli 2011 im deutschen Einlagengeschäft aktiv und zählt seitdem zu den Banken mit der verlässlichsten Zinspolitik im oberen Bereich der einschlägigen Zinsranglisten.
Bessere Zeiten sind nicht in Sicht
Mit einer spürbaren Erholung des Zinsniveaus können Sparer in absehbarer Zeit nicht rechnen. Ganz im Gegenteil: Nicht wenige Volkswirte erwarten für den Herbst weitere geldpolitische Lockerungen durch die EZB. Dafür sprechen die immer ausgeprägtere konjunkturelle Schwäche und die rückläufigen Inflationsraten. Resignation ist die falsche Reaktion auf das niedrige Zinsniveau: Mit den besten Angeboten am Markt ist immerhin ein Inflationsausgleich nach Steuern möglich. Die Krise kann noch Jahre dauern: Wer jedes Jahr einen Kaufkraftverlust von 2-3 Prozent hinnimmt, steht in einigen Jahren ärmer da.
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