Wer fest vom Zerfall und der Entwertung des Euros überzeugt ist und Gold nichts abzugewinnen vermag, kann ein kreditfinanziertes Aktienportfolio kaufen und versichern.
Die Euro-Krise will kein Ende finden. Egal welches Volumen neue Rettungspakete auch haben und egal was die EZB unternimmt und die Politik verspricht: Die Lage spitzt sich immer weiter zu. Nicht wenige glauben, dass die Gemeinschaftswährung in einigen Jahren Geschichte sein könnte. Anleger flüchten sich deshalb in Sachwerte. Immobilien sind aber nicht jedermanns Sache und Gold ist mit 1600 USD pro Feinunze sehr teuer. Auch Aktien sind Sachwerte. Viele solide Unternehmen außerhalb des Finanz- und Versicherungssektors bieten attraktive Bewertungen und würden wahrscheinlich auch eine Währungsreform überleben. Anleger können Aktien auf Kredit kaufen und gegen zwischenzeitliche Kursverluste versichern.
Spekulieren auf eine Entwertung der Schulden

Diese Strategie wirft hohe Erträge ab, wenn die aufgenommenen Kredite zwischenzeitlich deutlich an Wert verlieren. Denkbar wäre dies, wenn zusätzlich zum Euro Parallelwährungen eingeführt würden, die rasch das Vertrauen von Unternehmen und Konsumenten gewinnen. Der Euro würde gegen diese Parallelwährungen dann rasch abwerten. Unternehmen würden Umsätze in den neuen Währungen tätigen und die Aktienmärkte die Unternehmen auf der Grundlage der Umsätze in den neuen Währungen bewerten. Schließlich würden auch Dividenden in anderer Währung ausgeschüttet. Schuldner sind in einem solchen Szenario die Gewinner: Ihre Verbindlichkeiten verlieren drastisch an Wert. Ein solches Szenario ist derzeit nicht unmittelbar in Sicht. Wer diese Strategien verfolgt, sitzt allerdings mit den Regierungen der Eurozone in einem Boot, die alle mit hoher Staatsverschuldung zu kämpfen haben.
Effektenkredite ab 3,00 Prozent Zinsen
Bei der Umsetzung der Strategie fallen verschiedene Kosten an. Neben den Transaktionskosten beim Kauf von Aktien sind das insbesondere die Kosten für den Effektenkredit, der mit den Aktien selbst besichert wird sowie die Kosten für die Absicherung des Portfolios gegen Kursverluste. Vergleichbar mit einer Immobilienfinanzierung müssen Anleger einen angemessenen Eigenkapitalanteil einsetzen. Eine Absicherung des Portfolios ist erforderlich, weil die Aktienmärkte im zeitlichen Umfeld einer Währungsreform sehr starken Schwankungen unterworfen sein können. Wer Aktien auf Kredit kauft, hat dann schnell das Nachsehen und muss im ungünstigsten Fall alle Bestände veräußern. Die Absicherung kann z. B. Mit Optionen erfolgen und verursacht laufende Kosten, weil Optionen befristet sind und regelmäßig neu gekauft werden müssen. Die Kosten von Optionen sind umso höher, je größer die Unsicherheit am Markt ist. Die Zinssätze für Effektenkredite hingegen sind niedrig – einige Banken verlangen 3,00 Prozent.
Nichts für schwache Nerven
Bei der Auswahl der Aktien für ein solches Krisenportfolio sind solide Blue Chips mit starker Markt- und Markenposition und hoher Dividendenrendite gefragt. Idealerweise ist das Geschäftsfeld der Unternehmen nicht allzu stark mit der Entwicklung der Weltkonjunktur verknüpft. Beispiele für solche Aktien sind Coca-Cola. McDonalds, Deutsche Telekom, Pfizer, Eon etc. Wer eine derartige Strategie in Betracht zieht, sollte felsenfest vom Untergang des Euro überzeugt sein sowie starke Nerven und Geld für die Options- und Kreditkosten besitzen. Dass ein Aktienkauf auf Kredit Vermögensberatung und Finanzplanung des Mainstreams links liegen lässt und in offiziellen Haltungen von Banken, Verbraucherschützern und Finanzexperten abgelehnt wird, lässt überzeugte Untergangspropheten kalt!
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