Die Nervosität an den Finanzmärkten lockt Zocker und Spekulanten. Immense Gewinmöglichkeiten versprechen Spekulationen mit großem Finanzhebel am Devisenmarkt. Privatanleger können bereits mit wenigen hundert Euro mitmachen.
Ein Blick auf den Verlauf des Wechselkurses des Euro zum US-Dollar in dieser Woche spricht Bände: Zunächst fiel der Wert des Euro unter 1,20$, zum Wochenende hin stieg er wieder auf mehr als 1,23$. Wer Geld und Nerven übrig hat, kann an mit solchen Kursbewegungen einen Gewinn von 200 Prozent und mehr erzielen. Möglich ist das über die Handelsplattformen von Retail Forex Brokern, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Das Prinzip ist einfach: Wer auf einen fallenden Euro setzt, nimmt einen Kredit in Euro auf und legt das Geld in US-Dollar an. Sinkt der Wert des Euros gegen den Greenback, bleibt nach der Rückzahlung des Kredits noch Geld übrig.

100facher Hebel lässt Zockerherzen höher schlagen
Über die Plattformen von Forex Brokern wie eToro, AVA-FX oder Forexyard können Privatanleger solche Geschäft mit einem Mausklick in Echtzeit nachbilden, ohne viel von den Hintergründen eines Währungsgeschäfts verstehen zu müssen. Für die möglichen Verluste bürgt eine Sicherheitsleistung, die im Jargon als „Margin“ bezeichnet wird. Und so geht es: Ein Anleger eröffnet eine Shortposition im EUR/USD, setzt also auf eine Abwertung des Euro. Die Position wird zu 1,2300 Dollar pro Euro eröffnet. Wird ein „Lot“ gehandelt, entspricht das einem Positionsvolumen von 100.000 Euro. Der Forex Broker verlangt keinen Einsatz, sondern lediglich eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.000 Euro.
Große Chancen und ebenso große Risiken
Fällt der Euro nun innerhalb einiger Stunden auf 1,2250 kann der Anleger die Position schließen und die Position mit Gewinn schließen. Das bedeutet, dass 123.000 US-Dollar zum Kurs von 1,2250 in Euro getauscht werden. Der Kontostand beträgt dann 100.408 Euro. Das entspricht einem Gewinn von 408 Euro bezogen auf einen Einsatz von 1.000 Euro – mehr als 40 Prozent in wenigen Stunden also. Der proportional gewaltige Profit ist das Resultat des geringen Kapitaleinsatzes. Die daraus resultierende Hebelwirkung katapultiert die Performance regelrecht nach oben. Sie führt allerdings zu ebenso großen Verlusten, wenn der Markt nicht mitspielt.
Gute von weniger guten Brokern unterscheiden
Viele Retail Forex Broker werben mit kommissionsfreiem Handel und locken damit Anleger. Der Verzicht auf Gebühren muss allerdings kein Qualitätsmerkmal sein. Forex Broker ohne Kommissionen agieren meistens als Market Maker und stellen Ankaufs- und Verkaufskurse. Die Differenz dazwischen (Spread) entspricht ihrem Profit. ECN Broker (ECN-Electronic Communication Network) verlangen zwar Kommissionen, ermöglichen über ihr Netzwerk aber oft bessere Kurse. Wer den Devisenmarkt als globales Casino betrachtet und mit kleinem Geld zocken will, muss sich um derlei Details nicht viele Gedanken machen. Wer mehr Geld einsetzt, sollte in jedem Fall einen Blick auf Einlagensicherung und die zuständige Regulierungsbehörde werfen. Broker mit Sitz in der Südsee oder der Karibik sind nicht immer vertrauenswürdig. Empfehlenswert sind Forex Vergleichsportale.
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