Die geplatzte Blase auf dem spanischen Immobilienmarkt bietet Chancen. Die Preise vieler Immobilien sind deutlich gesunken. Hochwertige Objekte in guten Lagen sind aber weiterhin keine Schnäppchen. Eine Finca auf Mallorca bleibt für Durchschnittsverdiener unbezahlbar.
Auch die beliebte Urlaubsinsel Mallorca ist von den Schwierigkeiten des spanischen Immobilienmarktes betroffen. Banken zeigen sich bei der Kreditvergabe deutlich restriktiver als noch in den Jahren des Booms. Gleichzeitig führen Insolvenzen und geplatzte Finanzierungen zu einem vergrößerten Angebot. In abgeschiedener Lage und mit rustikaler Ausstattung sind Ferienfincas auf Mallorca ab 300.000 bis 400.000 Euro erhältlich. Damit sich ein Objekt als Geldanlage eignet, sind günstige Finanzierungskonditionen ebenso erforderlich wie ein gutes Vermarktungskonzept.

Kein deutsches Zinsparadies
Die Zinssätze für Immobilienkredite sind gegenwärtig ausgesprochen günstig – allerdings nur fir Immobilien in Deutschland. Spanische Banken stehen am Kapitalmarkt massiv unter Druck und können sich nur zu hohen Zinsen refinanzieren. Gleichzeitig haben viele deutsche Banken ihr Geschäft mit Immobilien in Spanien zurückgefahren oder ganz eingestampft, weil die Bewertungsrisiken angesichts der Situation des spanischen Immobilienmarktes immens sind. Förderkredite der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau und selbst Bauspardarlehen deutscher Bausparkassen stehen für Immobilien in Spanien nicht zur Verfügung. Das bedeutet, dass ein Investmentkonzept sich strukturell (und nicht nur durch niedrige Zinsen) tragen muss.
Liebhaber als Mieter gesucht
Einschlägige Fachportale wie mallorcana.com setzten setzen auch für kleine Fincas in weniger bevorzugter Lage wöchentliche Mietpreise jenseits von 1.000 Euro. Die Mieten für Fincas in der Nähe beliebter Golfplätze und der größerem Städte sowie jene in exklusiver Strandlage liegen um ein Vielfaches höher. Die Objekte selbst sind entsprechend teuer und zum Teil kaum noch erhältlich. Erschwingliche Fincas lohnen sich als Geldanlage, wenn sie möglichst oft vermietet sind. Eine geringe Leerstandsquote lässt sich zum Beispiel mit einem auf Liebhaber zugeschnittenen Nischenkonzept erreichen. Patentlösungen gibt es hier nicht – Kreativität ist gefragt.
Teilweise Selbstnutzung durch den Eigentümer
Nicht immer muss eine möglichst hohe Rendite für Privatinvestoren im Vordergrund stehen. Viele Eigentümer nutzen ihre Finca über Teile des Jahres selbst und planen im Ruhestand eine Verlegung ihres Lebensmittelpunktes nach Mallorca. Dann trägt eine teilweise Vermietung an Dritte die Finanzierungs- und Betriebskosten bis zum vollständigen Umzug im besten Fall vollständig, zumindest aber die Betriebs- und Zinskosten.
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