In der Finanzkrise sind Sachwerte gefragt. Wer Gold für überteuert hält und sich keine Immobilie anschaffen will, kann in Aktien investieren. Den Kursrisiken stehen hohe Dividendenrenditen gegenüber.
Aktien werden meistens zum Finanzvermögen gezählt. Dabei handelt es sich um die Beteiligung an einem Unternehmen und seinen gegenwärtigen und zukünftigen Erfolgen. Der Sachwertcharakter trifft deshalb zu: Auch nach einer Hyperinflation wie in den 1920er Jahren wurden weiter Briefe versendet, Limonade und Autos gekauft und Dienstleistungen in Anspruch genommen. Das wird auch dann der Fall sein, wenn die DM zurückkehrt, sich ein Nord-Euro herausbildet oder ein neuer Goldstandard eingeführt wird.

Dividendenrenditen jenseits von acht Prozent
Die Aktie des Daimler-Konzerns verspricht auf Basis des Jahres 2013 eine Dividendenrendite von 8,6 Prozent. Das ist rund fünfmal so viel wie die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, auch wenn dieser Vergleich nicht überbewertet werden sollte. Die Dividendenrendite einer Aktie für das Jahr 2013 errechnet sich aus der vom Unternehmen angekündigten Ausschüttung im nächsten Jahr im Verhältnis zum aktuellen Kurs der Aktie. Die zweithöchste Dividendenrendite im Deutschen Aktienindex (DAX) bietet die Aktie der Deutschen Telekom mit 8,10 Prozent. Der Energieversorger Eon bietet eine Rendite von 6,5 Prozent, der Einzelhandelskonzern Metro steht mit 6,4 Prozent auf dem vierten Platz im deutschen Aktien-Oberhaus.
Starke Unternehmen legen Inflation um
Ein besonders guter Inflationsschutz wird Aktien von Unternehmen mit exponierter Markt-und Markenposition attestiert. Zwei Beispiele dafür sind McDonalds und Coca-Cola. Beide Unternehmen sind weltweit tätig und können in einem inflationären Umfeld die Preise erhöhen, ohne dass die Kundschaft in Scharen davonläuft. Selbst bei einer Eskalation der Euro-Krise und einer anschließenden Depression sollten die Umsätze der beiden Riesen nicht wegbrechen. Die Coca-Cola-Aktie bietet derzeit eine Dividendenrendite von 2,60 Prozent, bei McDonalds sind 3,20 Prozent aufgerufen. Den Ruf eines krisenfesten Geschäftsmodells trägt auch Pfizer – nicht nur, weil die Nachfrage nach Potenzmitteln als konjunkturunabhängig gilt.
Auch in der Krise ist Diversifikation wichtig
Anleger sollten auch in der Krise die Streuung ihres Vermögens nicht vernachlässigen. Wer auf Aktien von Großunternehmen mit hoher Dividendenrendite setzt, sollte in 20 verschiedene Werte investieren. Wichtig ist eine Streuung über verschiedene Branchen und Länder hinweg. Dabei sind Währungsrisiken in Kauf zu nehmen – US-Aktien notieren in Dollar, britische Aktien in Pfund etc. Angesichts der Euro-Krise muss eine Teilverlagerung des Vermögens in andere Währungsräume jedoch kein Nachteil sein.
Vorsicht bei Banken und Versicherungen
Wie genau die Euro-Krise sich weiter entwickelt, kann niemand seriös abschätzen. Wer im Zusammenhang mit der Währungsunion ein gravierendes Ereignis (Nord-Euro, DM-Rückkehr oder vergleichbare Umstände) für wahrscheinlich hält, sollte Aktien von Banken und Versicherungen meiden. Diese Sektoren leiden unter Verwerfungen der Währung am stärksten. Klassische Versorgertitel (Energie, Telekommunikation, Pharma…) gelten hingegen als vergleichsweise sicher und sollten insbesondere keinen vollständigen Bankrott erleben. Gravierende Kursschwankungen sind bei Aktieninvestments jederzeit möglich. Das gilt im aktuellen Marktumfeld mehr denn je.
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