Deutsche Sparer verlieren durch die lockere Geldpolitik jedes Jahr Milliarden: Die Zinsen für Spareinlagen liegen fast immer deutlich unter der Inflationsrate. Das Geldvermögen der Bundesbürger wird auch ganz ohne Euro-Bonds und ESM für die Krisenpolitik geopfert.

Rund 1,8 Billionen Euro horten deutsche Sparer auf Girokonten, Sparbüchern, Schatzbriefen oder in Tagesgeld und Festgeld. Ein Großteil davon wird mit maximal 1,0 Prozent verzinst. Liegt die Teuerungsrate einen Prozentpunkt über der durchschnittlichen Verzinsung, bedeutet das einen jährlichen Kaufkraftverlust von 18 Mrd. Euro. Das ist mehr als das Steueraufkommen durch die Tabaksteuer oder den Solidaritätszuschlag. Weder Parlament noch Verfassungsgericht könnten dem Einhalt gebieten, selbst wenn es gewünscht wäre. Nur die Minderheit der Sparer, die aktiv nach hohen Zinsen suchen, kommt glimpflich davon.


Billiges Geld ist gut für Schuldner und schlecht für Sparer

Kaufkraftverlust wird unterschätzt

Der Kaufkraftverlust in Verbindung mit zu niedrig verzinsten Geldanlagen wird häufig unterschätzt. Das liegt sicherlich daran, dass er nicht konkret greifbar bzw. quantifizierbar ist, weil die amtlich gemessene Inflationsrate nicht auf jeden zutrifft und kein Sparer weiß, wie stark sich sein Warenkorb verteuert hat. Wer Geld zu 0,5 Prozent auf einem Sparbuch anlegt und von einer personalisierten Inflationsrate von 3,0 Prozent ausgeht,verliert in fünf Jahren zwölf Prozent seines Vermögens durch Geldentwertung. Nach zehn Jahren sind es bereits 22 Prozent. Da niemand weiß, wie (und wie lange) sich die Euro-Krise noch entwickeln wird, lohnt sich ein Blick auf die wenigen erhältlichen Konten mit besserer Verzinsung.

Garantierter Zinssatz auch mit Tagesgeld

Für höhere Zinsen muss keine lange Laufzeit in Kauf genommen werden. Viele Banken umwerben Neukunden mit Tagesgeldkonten, deren Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum garantiert wird. Ein aktuelles Beispiel ist die GEFA-Bank aus Wuppertal. Neukunden erhalten 2,50 Prozent für Beträge von 10.000 bis 500.000 Euro mit immerhin sechs Monaten Zinsgarantie. Die GEFA-Bank ist an die deutsche Einlagensicherung angeschlossen, die 250.000 Euro pro Kunde schützt. Die Volkswagen Bank bietet Neukunden 2,30 Prozent Zinsen für Tagesgeld. Der Zinssatz wird für Guthabenanteile bis 50.000 Euro gezahlt und ein Jahr lang garantiert.

Sonderzinsen auch bei Sparkassen-Töchtern

Viele Sparkassen-Kunden scheuen den Wechsel zu eine privaten Bank, weil sie um die Sicherheit ihrer Einlagen fürchten. Auch unter dem Dach der Sparkassen gibt es jedoch hohe Zinsen für Tagesgeld. Die 1822direkt bietet Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet 2,3 Prozent Zinsen für Tagesgeld bis 250.000 Euro und garantiert den Zinssatz bis zum 01. Dezember. Die Bank ist eine 100prozentigfe Tochter der Frankfurter Sparkasse und dadurch an die Institutssicherung der Sparkassen angeschlossen.

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