Die heutige Generation kann sich noch bestens an das Platzen der Dotcom-Blase erinnern. Aussichtsreiche Hoffnungsträger aus dem Silicon Valley wurden innerhalb kürzester Zeit zu faulen Restbeständen; Existenzen verschwanden ebenso schnell, wie sie kurz vorher aus dem Boden geschossen waren. Immerhin: Die Börsenwelt hat daraus gelernt. In den Folgejahren trennte sich die Spreu vom Weizen und Internetfirmen wie Google schafften es, ihren Wert zu vervielfachen.
Im Web geboren, an der Börse gestorben
Obwohl Spekulationsblasen wie im Jahr 2000 aktuell nicht zu beobachten sind, zeigt der Facebook-Börsengang deutlich, dass den Unternehmungen des neuen Webs immer noch jene Faszination anhaftet, die jegliche Analysen, Einschätzungen und Prognosen in ein anderes Licht stellt. Die Stärke der Bewegungen sowie die kurzen Reaktionszeiten des Marktes sind nach wie vor nicht mit klassischen Geschäftsfeldern zu vergleichen. Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, mit welcher Zuversicht Mark Zuckerberg den initialen Preis von 38 US-Dollar pro Aktie anfangs verkündete – stand zu diesem Zeitpunkt doch längst außer Frage, dass dieser Kurs stark überbewertet war. Der darauf folgende Sturz zunächst auf 34 Dollar, dann rapide auf unter 30, ist insofern keine Überraschung.
Vorsicht bei Massenbewegungen – und geschickt zuschlagen
Es gehört zu den alten Gesetzen der Börse, dass taumelnde Riesen etliche Mitbewerber ebenfalls in Bewegung setzen. Im Falle von Facebook waren diese Konsequenzen absolut vorhersehbar. Es ist somit nur logisch, dass die Geschehnisse nicht zum Leid aller Börsenprofis waren. Durch Short-Positionen konnte innerhalb weniger Tage starke Rendite eingefahren werden. An Möglichkeiten dazu mangelt es nicht: Ob per Leerverkauf, Zertifikat, Optionsschein oder Differenzkontrakt – dank Hebelwirkung verspricht die Facebook-Aktie auch bei fallenden Kursen beträchtliche Gewinnchancen. Wie in solchen Fällen üblich, hat es jedoch auch damit irgendwann ein Ende. Wenige Wochen nach Börsengang kann der Kurs von Facebook endlich als vorläufig stabil bezeichnet werden. Nach dem Tiefstand am 6. Juni war in den Folgetagen sogar eine positive Tendenz zu beobachten. Dass diese nicht zum Anfangskurs zurückführen wird, zumindest nicht unmittelbar, liegt dennoch auf der Hand. Besitzer der Facebook-Aktie folgen somit am besten der Devise von Andre Kostolanyi: Kaufen – und Schlafengehen. Um sich die Zeit bis zur Rendite angenehm zu verkürzen, bietet sich ein Blick auf wissen57.de an, wo auch Finanz- und Börsenthemen in aller Kürze zusammengefasst werden.
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