Die privaten Haushalte in den USA haben durch die Finanzkrise viel Geld verloren. Der Verlust beträgt rund 40 Prozent und resultiert vor allem aus der geplatzten Immobilienblase. Der durchschnittliche US-Haushalt ist auf das Niveau von 1992 zurückgefallen.

Die Finanzkrise hat die amerikanischen Haushalte bedeutend ärmer gemacht. Wie die US-Notenbank Federal Reserve im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Erhebung festgestellt hat, sank das Nettovermögen der Haushalte in der Zeit von 2007 bis 2010 um rund 40 Prozent auf durchschnittlich 77.300 US-Dollar. Inflationsbereinigt entspricht das in etwa dem Wert von 1992. Das Nettovermögen errechnet sich als Saldo von Finanz- und Realvermögen abzüglich bestehender Schulden.


Häuserpreise halbierten sich fast

Der Rückgang des Nettovermögens ist vor allem auf den rasanten Preisverfall am US-Immobilienmarkt zurückzuführen. Von 2007 bis 2010 sank der Wert eines durchschnittlichen Hauses um mehr als 42 Prozent auf 55.000 US-Dollar. Vor allem im Süden und Westen der USA gaben die Preise stark nach. Die Immobilienblase in den USA gilt als eine der Ursachen für die weltweite Finanzkrise. Die Auslandsverschuldung der USA wurde zu weiten Teilen über den Immobilienmarkt aufgebaut und fand so den Weg in die Bilanzen der Banken. Der Rückgang der Nettovermögen wurde zusätzlich durch die schwache Einkommensentwicklung gebremst.

Nettoeinkommen niedriger als zur Jahrtausendwende

Von 2007 bis 2010 waren die Durchschnittseinkommen um 7,7 Prozent gesunken. Bereits seit dem Jahr 2000 war die Einkommensentwicklung stagniert. Es war die erste Stagnationsphase nach dem zweiten Weltkrieg. Inflationsbereinigt sind die Einkommen in den USA heute niedriger als zur Jahrtausendwende. Der Rückgang betrifft fast alle Bevölkerungsgruppen. Lediglich Rentner und andere Personen außerhalb von erwerbsmäßiger Beschäftigung verzeichneten Zuwächse. Der Rückgang in den oberen Einkommensklassen fiel sehr gering aus. Das Vermögen des reichsten Bevölkerungszehntels wuchs seit dem Beginn der Krise moderat von 1,17 auf 1,19 Billionen US-Dollar. In einigen Berufsgruppen erreichten die Einkommensverluste Werte von bis zu 50 Prozent und mehr.

Krise könnte Obamas Abwahl bedeuten

Im ersten Quartal vermeldete die Federal Reserve Bank einen spürbaren Anstieg der Vermögenswerte, was in weiten Teilen auf die Entwicklung am Aktienmarkt zurückgeführt wird. Der Immobilienmarkt zeigt zwar leichte Anzeichen der Erholung, wird auf das Vorkrisenniveau aber voraussichtlich nicht zurückkehren. Auch der Konsum der privaten Haushalte und der Arbeitsmarkt entwickeln sich schwach. Eine rasche Erholung von den Krisenjahren ist jedenfalls nicht in Sicht. Deshalb wird es immer wahrscheinlicher, dass Präsident Barack Obama die Wahl verlieren könnte.

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