Griechenland-Urlauber sollten mehr Bargeld mitnehmen, rät der Touristik-Konzern Tui. Der Euro-Austritt zeichnet sich nicht nur ab, er könnte auch sehr rasch kommen. Schon am ersten Juli-Wochenende könnte es so weit sein. Versorgungsengpässe auch für Urlauber sind nicht ausgeschlossen.
Tourismus ist der größte griechische Wirtschaftszweig und zudem der einzige, dem eine gedeihliche Entwicklung trotz der Krise zuzutrauen wäre. Die Buchungen sind aber rückläufig. Die Zahl der Urlauber lag nach Angaben der griechischen Notenbank im ersten Vierteljahr um 12 Prozent unter der des Vorjahres. Die Einnahmen gingen sogar um 15 Prozent zurück. In den vergangenen Wochen hat sich der Rückgang der Buchungen sogar verstärkt. Reiseveranstalter berichten von Einbrüchen im Bereich von bis zu einem Drittel. Auch bei deutschen Touristen wächst die Sorge vor Ressentiments der krisengeplagten griechischen Bevölkerung.

Was kommt auf Touristen bei einem Euro-Austritt zu?
Nun zeichnet sich der Austritt der Griechen aus der Währungsunion immer deutlicher ab. Syriza liegt wenige Wochen vor der Parlamentswahlen in den Umfragen vorn, das verbale Tabu eines Austritts und der Vorbereitung darauf ist in der Politik längst gefallen. In den Medien und an den Finanzmärkten wird bereits ein konkretes Datum gehandelt: Am ersten Wochenende im Juli soll es soweit sein. Von einem Euro-Austritt wären auch Touristen betroffen. Zwar wäre Bezahlen mit Euro weiter möglich. Problematisch könnte aber die Bargeldversorgung sein. Der griechischen Notenbank wird es kaum gelingen, den gesamten Wirtschaftskreislauf binnen kürzester Zeit mit Drachme zu versorgen. Vor diesem Hintergrund riet der Reisekonzern Tui Urlaubern zur Mitnahme größerer Bargeldreserven: „Urlauber, die sich selbst versorgen und etwas auf eigene Faust unternehmen, sollten etwas mehr Euro-Bargeld mitnehmen“, so die Empfehlung von Tui-Deutschland-Manager Markus Bruchmüller.
Sprit und Lebensmittel könnten knapp werden
Wer sich während eines ohne Vorlaufzeit vollzogenen Währungswechsels in Griechenland aufhält, muss mit chaotischen Zuständen rechnen. Hamsterkäufe könnten zu Knappheit bei Treibstoffen und Lebensmitteln führen. Inwieweit größere Hotels (durch eigene Versorgungsketten) dagegen immun sind, lässt sich nicht vorhersagen. Die griechische Regierung könnte die Ein- und Ausfuhr von Bargeld beschränken. Dies könnte auch deutsche Touristen betreffen. Unverbrauchte und wieder mit nach Deutschland gebrachte Euro behalten ihren Wert. Wer nach dem Währungswechsel in Griechenland mit Euro bezahlt, erhält aber Drachme als Wechselgeld zurück. Wertverluste sind vorprogrammiert.
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