Viele Banken verdienen sich mit überhöhten Dispozinsen eine goldene Nase. Bankkunden können dem einen Riegel vorschieben, indem sie zu einem günstigeren Girokonto wechseln. Wer seinen Kontokorrentkredit mit 11 bis 13 Prozent Zinsen ständig nutzt, kann mit einem Kontowechsel einige hundert Euro sparen – weil günstige Banken zum Teil weniger als 6 Prozent Zinsen verlangen. Die günstigsten Konten für Dispo-Dauernutzer finden sich in der zweiten Reihe und werden wenig oder gar nicht beworben. Oft steht hinter den Angeboten zwar eine große und bekannte Bank(-gruppe) – das Girokonto ist aber bei einschlägigen Vergleichsportalen nicht aufgeführt.


Ein Girokontovergleich spart viel Geld

5,5 Prozent Dispozins bei kostenlosem Onlinekonto

Die Deutsche Skatbank verlangt bei ihrem „Trumpfkonto“ gerade einmal 5,5 Prozent Zinsen für Kontoüberziehungen innerhalb des vereinbarten Rahmens. Das Onlinekonto ist bedingungslos kostenfrei. Die Skatbank selbst ist relativ unbekannt. Sie agiert als Zweigniederlassung der VR Altenburger Land. Diese gehört zur starken Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken. Diese wirbt offensiv für ihre Marke, nicht aber für ihre Produkte. Im TV wird z. B. ein Spot mit Ulrich Wickert ausgestrahlt. In der werte-schaffen-werte.de – Kampagne wirbt der TV-Moderator auf einer eher emotionalen Ebene für die genossenschaftliche Bankengruppe. Auch Erfolgstrainer Jürgen Klopp wirbt für die VR-Banken – ebenso wie Wickert aber mehr für die Unternehmensphilosophie als für Produkte.

Geheimtipp: Girokonto beim Online Broker

Ein weiteres Beispiel für günstige Girokonten mit fairem Dispozins aus der zweiten Reihe ist der Online Broker DAB-Bank. Im TV laufen Werbespots der HVB-Tochter auf und ab – beworben wird aber ausschließlich das Depotkonto und das jeweils aktuelle Lockmittel für Neukunden. Ihr Girokonto bewirbt die Bank fast gar nicht. Das Konto ist bedingungslos kostenfrei und der Dispozinssatz beträgt für Angestellte und Rentner lediglich 6,95 Prozent. Die Stiftung Warentest untersuchte im vergangenen Herbst die Kontokorrentkredite von mehr als 1.000 Banken. Nur zwei verlangten weniger als 7 Prozent Zinsen – die DAB gehörte dazu.

Staatliche Regulierung für Wechselfaule?

Mehrere Direktbanken, darunter auch sehr bekannte Institute, verlangen bei ansonsten kostenloser Kontoführung für Gehaltskunden 7-9 Prozent Zinsen. Bei der Bayern-LB-Tochter Deutsche Kreditbank werden 7,9 Prozent fällig, bei der Sparkassentochter 1822direkt 8,09 und bei der netbank 8,5 Prozent. Die von Verbraucherschützern immer deutlicher geforderte staatliche Deckelung der Dispozinsen müssen Bankkunden also gar nicht abwarten. Bei einem durchschnittlichen Negativsaldo von 3.000 Euro spart ein um 5 Prozentpunkte niedrigerer Dispozins 150 Euro im Jahr.

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