Die Inflationsrate übersteigt die Renditen der meisten festverzinslichen Anlagen – erst Recht nach Steuern bleibt nicht mehr übrig. Anleger müssen für ihr Ziel kämpfen und bedingungslos nach den besten Angeboten am Markt fahnden. Das Ziel heißt bestenfalls Inflationsgleich – realistischer ist Schadensbegrenzung.
Ökonomen sprechen von negativen Realzinsen, wenn der Zinssatz unterhalb der Inflationsrate liegt. Korrekterweise muss dabei der Nettozinssatz herangezogen werden. Bei einer Abgabenbelastung von 28 Prozent und einer Teuerungsrate im Bereich von 2,1-2,2 Prozent bedingt ein Erhalt der Kaufkraft eine Bruttoverzinsung von 3,0 Prozent. Mit Tagesgeld lassen sich Renditen in dieser Größenordnung nicht mehr erzielen – bestenfalls sind 2,71 Prozent ohne Zinsgarantie bei der Ikano Bank erhältlich.

Anleger müssen angesichts der Inflation um ihr Vermögen kämpfen
Festgeld: Bei 4,00 Prozent ist Schluss
Ein Blick auf den oberen Bereich der Zinsranglisten offenbart, wie schwierig die Situation für Anleger ist. Für einjährige Festgelder zahlt die niederländische AK-Bank 3,00 %, bei zwei Jahren liegt die deutsche AKF-Bank mit 3,2 % vorn. Die österreichische VTB Direkt bietet für drei Jahre 3,6 % und die ebenfalls aus Österreich stammende Denizbank ruft für vier Jahre 3,8 % auf. Bei fünf Jahren Laufzeit ist die deutsche Santander Consumer mit 4,00 % eine gute Adresse. Deutlich höhere Zinsen gibt es nirgendwo, wenn Angebote mit zweifelhafter Einlagensicherung ausgeblendet werden. Immerhin: Bei den benannten Banken bieten Anlagen in Festgeld einen Inflationsausgleich. Aufgrund der flachen Zinsstruktur am langen Ende lohnen sich Anlagen mit mehr als fünf Jahren Laufzeit kaum – eine Ausnahme bilden Anleger, die mit noch weiter sinkenden Zinsen rechnen.
Bundeswertpapiere sind unterirdisch
Auch wenn sich mit verzinslichen Anlagen derzeit keine großen Gewinne einfahren lassen, sollten Anleger Geld von geringer verzinsten Konten in die besten Angebote umschichten. Wer die Risiken von Aktien und offenen Immobilienfonds nicht tragen kann oder will, hat keine andere Wahl. Bundeswertpapiere jedenfalls sind kein Ausweg. Siebenjährige Bundesschatzbriefe bieten eine durchschnittliche jährliche Rendite von 0,83 Prozent, die Tagesanleihe des Bundes sowie dessen endfällige Finanzierungsschätze liegen unterhalb von 0,2 %.
Foto: (c) Carlos Caetano / www.shutterstock.com