goldbarren im dunkelDer Goldpreis konnte in der abgelaufenen Woche starke Zugewinne verbuchen: Eine Feinunze kostete am Freitagabend rund 80 US-Dollar mehr als eine Woche zuvor. Der Wochengewinn von rund 4 Prozent ist zu weiten Teilen auf die Federal Reserve Bank zurückzuführen. Die US-Notenbank kündigte am Donnerstag an, den Leitzins noch bis Ende 2014 „außergewöhnlich niedrig“ zu halten. Der Goldpreis überwand daraufhin die charttechnisch signifikante Marke von 1680 US-Dollar. Neben dem Versprechen langfristig billigen Geldes wirkte auch ein insgesamt schwächerer Dollar bullish.

Schwacher USD halbiert Gewinn

In Euro gerechnet legte der Goldpreis auf Wochensicht um lediglich zwei Prozent zu. Die Schwäche des US-Dollar relativiert den Kursgewinn aus Sicht europäischer Anleger, nimmt ihm aber dennoch nicht die Attraktivität. Der US-Dollar könnte in den kommenden Wochen wieder stärker unter Druck geraten. Schließlich vermag die Euro-Schuldenkrise nicht mehr mit wirklichen Überraschungen zu verunsichern – längst sind Rettungspakete, Umschuldungen inklusive Gläubigerbeteiligungen und massenweise Rating-Herabstufungen zur Normalität geworden. Beispielhaft steht das Überwinden der Kursmarke von 1,32 USD am Freitagabend, kurz nachdem Fitch die Herabstufung von sechs Ländern bekanntgegeben hatte.

US-Dollar-Index fällt unter 80

Der US-Dollar-Index  – ein gewichteter Durchschnitt des USD-Wechselkurses zu einem Korb aus sechs Währungen – rutschte im Wochenverlauf unter die Marke von 80 Indexpunkten. Das Index-Allzeittief liegt bei 72 Punkten. Es spricht einiges dafür, dass der Greenback auch weiter unter Druck steht: Die beispiellos expansive Geldpolitik und maßlos ausgeuferte Staatsverschuldung lassen keine andere Interpretation als das Vorhaben einer nachhaltigen Abwertung nach innen und außen zu.

Sind Gold-Investments wieder attraktiv?

Der Goldpreis hatte im Spätsommer eine deutliche Korrektur erlitten und danach eine Konsolidierungsphase eingeleitet. An der Schwäche waren nicht zuletzt die  Verleihgeschäfte der Notenbanken beteiligt, die Geschäftsbanken so viel Gold wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr zum Zwecke der Dollar-Beschaffung zur Verfügung stellten. Ein bedeutendes charttechnisches Kaufsignal würde im Fall eines raschen Anstiegs über die Marke von 1800 USD generiert. Dann wäre ein Test des Allzeithochs bei 1920 USD wahrscheinlich. Anbieter für Goldankauf sind also noch lange nicht unterfordert.

Niedrige Opportunitätskosten

Niedrige Zinsen wirken zumindest in der Theorie zweifach stimulierend auf den Goldpreis. Zum einen reduziert ein niedriges Zinsniveau die Opportunitätskosten (die Zinsen einer  verzinslichen Anlage) eines unverzinsten Engagements in Gold. Analog dazu ist die Kreditbeschaffung für Investoren günstiger, die mit Fremdkapital einsteigen. Zum anderen weckt das Versprechen langfristig niedrigere Zinsen die Inflationsphantasien am Goldmarkt. Von höheren Inflationsraten kann das Krisenmetall Gold profitieren.

Foto: kotomiti / shutterstock.com