Verbraucher verschenken jedes Jahr einen zweistelligen Millionen-Betrag für Kreditkarten, die zu teuer sind oder nicht zum eigenen Bedarf passen. Während bei Girokonto, Kredit und Stromanbieter eifrig verglichen wird, werden hohe Kosten für MasterCard und Co. relativ klaglos in Kauf genommen. Mit einem Kreditkarten Vergleich lassen sich allein an Gebühren und Zinsen zwischen 50 und 200 Euro im Jahr sparen. Der wirtschaftliche Vorteil kann noch größer ausfallen, wenn die Zusatzleistungen der Karte zum eigenen Profil passen.

Zusatzleistungen sind ihr Geld selten wert

Die Jahresgebühren für häufig genutzte Kreditkarten auf dem deutschen Markt liegen zwischen null und 200 Euro im Jahr. Eine hohe Jahresgebühr ist dabei kein Indiz für eine hochwertige Kreditkarte. Kreditkarten mit hohen Jahresgebühren werden häufig mit Zusatzleistungen beworben. Die wichtigsten sind Versicherungspakete (meist Policen rund ums Reisen) sowie Bonusprogramme. Vor allem die Versicherungen werden von Verbraucherschützern oft kritisch beäugt. Die Stiftung Warentest titelte im Juni 2011: „Vorsicht vor dem Reiseschutz“.

Versicherungen separat abschließen

Die Verbraucherschützer hatten in einem Test 42 Kreditkarten von 20 Herausgebern unter die Lupe genommen – auch im Hinblick auf Zusatzleistungen., Das ernüchternde Ergebnis: Nur eine der angebotenen Reisekrankenversicherungen konnte als „geeignet“ eingestuft werden. Alle anderen wiesen Mängel auf. Dazu zählten neben veralteten Versicherungsbedingungen auch hohe Selbstbehalte für die Versicherten. Laut Stiftung Warentest werden Versicherungen besser separat abgeschlossen. Das Preis/Leistungsverhältnis ist dann günstiger.

Kostenfalle Bargeld und Teilzahlung

Als Ergänzung zum Girokonto der Hausbank sind vor allem Kreditkarten geeignet, die eine weltweit kostenfreie Bargeldversorgung ermöglichen. Wird nicht explizit mit dieser Möglichkeit geworben, sind Barverfügungen fast immer sehr teuer. Typisch sind Gebühren von 3,5 Prozent des verfügten Betrages mit einer Gebührenuntergrenze im Bereich von 4,00 bis 6,00 Euro. Vor allem träge und undisziplinierte Karteninhaber finden in Kreditkarten mit revolvierendem Kreditrahmen eine potenzielle Kostenfalle. Wird der Kartensaldo in Teilbeträgen ausgeglichen, fallen Sollzinssätze im Bereich von 14 bis 20 Prozent im Jahr an. Ein weiteres wichtiges Vergleichskriterium ist die Auslandseinsatzgebühr für Pos-Zahlungen außerhalb der EU. Sie variiert je nach Bank zwischen 0 und (inklusive Wechselkursaufschlag) ca. 3 Prozent.

Bonusprogramme allein bringen es nicht

Bonusprogramme mit Punkt- und Prämiensystemen lohnen sich für Karteninhaber selten bis nie und sollten auf keinen Fall Entscheidungsgrundlage sein. Wer nennenswerte Prämien erhalten möchte, muss dafür sehr hohe Umsätze generieren. Der tatsächliche Gegenwert der Prämien liegt dann regelmäßig bei einem niedrigeren einstelligen Prozentwert des Umsatzes. Besser als Bonuspunkte sind konkrete Rabatte bei bestimmten Anbietern, wie z. B. Autovermietern. Die Preisnachlässe wirken sich sofort budgetfreundlich aus und das lästige und einkaufsfördernde Punktesammeln entfällt.

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