Der Münchener Lastwagenbauer MAN hat derzeit viel Anlass zur Freude: Die Lkw-Nachfrage steigt nach wie vor weltweit und bringt dem Unternehmen herausragende Gewinne ein. Der bekannte deutsche Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN SE konnte im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres seinen Gewinn vervierfachen und hat sich nun auch im Jahr 2011 noch mehr vorgenommen. MAN wird bekanntlich zukünftig eine Tochter des Volkswagen-Konzern sein und im Vergleich mit den meisten seiner Wettbewerber geht das Unternehmen momentan davon aus, dass ein Ende des kräftigen Absatzbooms noch nicht in Sicht ist.

MAN: Lkw-Markt wird in Zukunft vor allem in Indien wachsen

MAN SE: Konzernverantwortliche präsentieren Halbjahreszahlen der MAN-Gruppe und thematisieren die Perspektiven der geplanten Nutzfahrzeug-AllianzNach Einschätzung der MAN-Verantwortlichen profitiert die Nutzfahrzeugbranche insbesondere davon, dass sich der Markt nach einem drastischen Einbruch in der Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/2008 in einem enormen Tempo erholen konnte. Mitbewerber von MAN, beispielsweise der Daimler-Konzern, rechnen mittlerweile allerdings damit, dass man mittelfristig wohl nur noch von einem moderaten Wachstum in der Branche ausgehen könne. MAN selbst geht davon aus, dass vor allem die Märkte in Indien und Russland künftig noch ein signifikantes Wachstumspotential bieten werden, aber auch in Europa sehen die MAN-Entscheider durchaus noch Chancen für den Lkw-Bauer.

Börsen reagieren auf MAN-Zahlen: Umsatzzuwachs war bereits eingepreist

Der Umsatz des MAN-Konzerns wuchs im ersten Halbjahr um 18 Prozent auf 8 Mrd. Euro. Die Börse honorierten diese guten Zahlen allerdings nicht, offenbar war ein derartiges Ergebnis bereits eingepreist gewesen und es kam dementsprechend zu Gewinnmitnahmen: Die Aktien des Unternehmens gingen auf Talfahrt. Für das Gesamtjahr 2011 rechnet das Unternehmen übrigens mit einer Umsatzrendite von 8,5 Prozent.

Lkws und Maschinen: Wie sieht die Zukunft für MAN aus?

Ein Sprecher von MAN SE verwies anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen auch auf die Perspektiven, die sich aufgrund der geplanten Nutzfahrzeugallianz aus VW, Scania und MAN ergeben: Er sagte, dass MAN vor allem hinsichtlich der Grundlagenentwicklung, aber auch im Einkauf profitieren würde. Auch könne man bei der Produktion von Einzelkomponenten des Motors künftig eng kooperieren und so die Chancen der Globalisierung und des technologischen Umbruchs erfolgreicher nutzen.
Foto: Fertigung der Rahmenlängsträger in Resende / © MAN SE 2010