Der Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn, beides Tochterunternehmen der Dachholding Media-Saturn, mussten im abgelaufenen Quartal empfindliche Umsatzeinbussen und auch einen operativen Fehlbetrag in Höhe von 44 Millionen Euro hinnehmen. Im Vorjahr hatte das Handelsunternehmen noch einen operativen Gewinn von 41 Millionen vorweisen können. Jetzt reagiert das Elektronik-Handelsunternehmen mit klassischen Gegenmaßnahmen: Personalabbau. Rund 3.000 Stellen dürften ungefähr wegfallen.

Metro AG: CFO ist zuversichtlich, dass Media-Saturn-Verluste ausgeglichen werden können

Media-Saturn-Holding-GmbH: Konkurrenz aus dem Internet und harte Preiskämpfe im stationären Handel machen Media Markt und Saturn schwer zu schaffenAuf Seiten der Konzernmutter von Media-Saturn, der in Düsseldorf ansässigen Metro AG, lösten die Media-Saturn-Verluste des vergangenen Quartals zwar schlechte Stimmung aus, Metro-Finanzvorstand Olaf Koch zeigte sich vor Pressevertretern allerdings zuversichtlich, dass die Metro AG die Verluste konzernintern gut auffangen könne. Die weiteren Geschäftsbereiche des Dax-Konzerns Metro entwickeln sich seinen Angaben zufolge nämlich entsprechend den Erwartungen.

Media-Saturn unter Druck: Onlinehandel und Preiskampf im stationären Handel schwächen die Elektronikmärkte

Unternehmensintern bei Media-Saturn besteht aber offenbar dringenderer Handlungsbedarf. Die angestrebte Maßnahme – ein europaweiter Abbau von rund 3.000 Arbeitsplätzen – ist zwar wenig originell, scheint aber angesichts der großen Schwierigkeiten von Media-Saturn als durchaus sinnvoll. Vor allem der jahrelang sträflich vernachlässigte Wachstumsmarkt Internet-Handel schneidet aktuell wohl ziemlich kräftig in die Umsätze der Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn. Auch der anhaltende Preiskampf im stationären Handel machte der Metro-Konzerntochter Media-Saturn zuletzt deutlich zu schaffen.

Keine schnellen Entlassungen: Media-Saturn setzt auf natürliche Fluktuation

Die rund 3.000 Media-Saturn-Mitarbeiter sollen allerdings keinesfalls auf einen Schlag entlassen werden, geplant ist vielmehr ein kontinuierlicher Stellenabbau, der durch eine starke Reduktion der Neuausschreibungen von frei werdenden Stellen realisiert werden soll. Durch die Maßnahmen zum Personalabbau sollen laut der Media-Saturn-Holding-GmbH zwischen 2012 und 2014 rund 500 Mio. an laufenden Kosten eingespart werden.
Foto: Saturn Marktansicht / MEDIA-SATURN-HOLDING GMBH