Die Talfahrt der Gemeinschaftswährung Euro könnte möglicherweise ein weiteres – für viele Marktbeobachter sicher überraschendes – Opfer haben: Die Exportwirtschaft der Schweiz! Der Hintergrund: Bereits seit dem Jahre 2007 befindet sich der Schweizer Franken gegenüber dem Euro auf einem Höhenflug, im Zuge der Verschärfung der europäischen Griechenland-Diskussion hat sich die Situation nun noch einmal deutlich verschärft. Während man im Jahre 2007 für einen Euro im Tausch noch circa 1,70 Schweizer Franken bekam, lag das Währungsverhältnis im April 2011 schon nur noch bei rund 1,30 Franken pro Euro. Seitdem hat sich Weiteres getan und im Laufe der vergangenen Woche mussten zeitweise für einen Euro nur noch 1,15 Schweizer Franken gezahlt werden.

Schwacher Euro: Schweizer Verbraucher profitieren, Schweizer Exportwirtschaft leidet

Schweizer Franken gegenüber dem Euro immer stärker: Auch eine sehr starke Landeswährung kann durchaus eine Währungskrise heraufbeschwörenFür Konsumenten aus der Schweiz ist diese Entwicklung natürlich sehr, sehr erfreulich: Aus ihrer Perspektive gleicht die Euro-Zone in vielen Punkten und Preise mittlerweile einem ausgemachten Einkaufs- und Schnäppchenparadies. Die Perspektive der Schweizer Unternehmen, die auf Exporterlöse aus der Euro-Zone angewiesen sind ist natürlich eine andere: Sie fürchten um ihre Exporte, teilweise auch um ihre Existenz. Die immense Stärke der eigenen Landeswährung – auch eine Art Währungskrise – lässt ihnen kaum Spielraum und stellt die betroffenen exportorientierten Unternehmen vor zwei gleichermaßen unerfreuliche Alternativen: Die Verteuerung ihrer Produkte oder eine Beibehaltung der Preise für die Euro-Zone. Erstere Alternative birgt das Risiko eines Nachfrageeinbruchs, die zweite Lösung bringt die Unternehmen mit knapper kalkulierten Margen fast sicher um ihre kompletten Gewinne.

Urlauber meiden die Schweiz, dafür strömen sicherheitsbewusste Anleger in Massen

Mittlerweile sorgt sich sogar die eigentlich eher sorgenfreie Tourismusbranche des Alpenlandes um ihre Erträge: Für viele Bürger aus der Euro-Zone ist ein Urlaub in der Schweiz aktuell schlicht und einfach nicht finanzierbar. Neben der latenten Euro-Schwäche stärkt noch ein weiterer wichtiger Faktor aktuell den Schweizer Franken. Die Währung gilt traditionell als wichtiger Fluchtpunkt für ausländische Anleger, die auf der Suche nach Stabilität sind. Diese globalen Sicherheits-Investoren bevorzugen aktuell ganz offensichtlich Gold und eben den Schweizer Franken.

Währungskrise in der Schweiz: Zeichnet sich eine Lösung ab?

Die Problematik ist in der Schweiz bekannt, denn viele betroffene Unternehmen haben bereits begonnen Druck auf die politisch Verantwortlichen des Landes auszuüben. Konkrete Lösungen zeichnen sich allerdings noch nicht ab, zu radikal sind viele der diskutierten Lösungsvorschläge: Sowohl die Einführung des Euro in der Schweiz als auch der Verzicht der Banken auf Währungsspekulationen finden sich in der Diskussion. Genau wie eine etwas wahrscheinlichere Option, nämlich eine mögliche Koppelung des Franken an den Euro zu einem festgeschriebenen Wechselkurs.
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