Angst vor der Geldentwertung: Inflationsanleihen als Alternative?
Angesichts immer neuer Rekordschulden der öffentlichen Haushalte und den Finanzproblemen mehrerer Staaten mehren sich die Sorgen vieler Menschen vor einer Entwertung der Staatsschulden durch Inflation – das vergangene Jahrhundert hat gezeigt, dass Regierungen sich gerne solcher Mittel bedienen.
Nicht wenige Kapitalanleger schenken deshalb inflationsindexierten Anleihen besondere Aufmerksamkeit. Das Prinzip der Papiere: Die Höhe der Kuponzahlung richtet sich nach der gemessenen Entwicklung der Verbraucherpreise. Zumeist werden diese durch den Harmonisierten Verbraucherpreisindex ex Tabak der europäischen Statistikbehörde Eurostat abgebildet. Steigt die Inflation, steigt auch der Kupon – die reale Verzinsung soll damit zumindest in der Theorie konstant bleiben.
Inflation-Linked-Bonds des Bundes sind ein Flop
Sicherheitsorientierte Anleger könnten auf den Gedanken kommen, dass inflationsindexierte Anleihen der Bundesrepublik die beste Lösung des Inflations-Problems darstellen. In der Tat existieren seit einigen Jahren eine Bundesanleihe und eine Bundesobligation mit inflationsindexiertem Kupon. Das Problem: Der Zusammenhang zwischen Preisniveauentwicklung und Kupon ist extrem gering. Bei der Bundesanleihe etwa beträgt die Basisverzinsung 1,75 Prozent im Jahr. Sie wird zur Ermittlung des Kupons mit den Verbraucherpreisen verknüpft. Steigen die Preise um drei Prozent, führt dies zu einer Gesamtverzinsung von 1,82 Prozent. Der Kaufkrafterhalt des Vermögens kann dadurch also nicht gewährleistet werden.
Zertifikate bieten mehr Zinsen bei mehr Risiko
Eine Alternative können strukturierte Anleihen von Banken sein, die deutlich höhere Zinsen bieten. Je nach Produkt wird zum Beispiel jedes Jahr die doppelte Inflationsrate gezahlt. Auch eine Basisverzinsung plus die Inflationsrate wird angeboten. Das Problem: Bei den Anleihen handelt es sich um Schuldverschreibungen der Banken, die nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung gedeckt sind. Kann die Bank ihren Verpflichtungen nachkommen, droht im schlimmsten Fall der Totalverlust. Die hohen Renditen spiegeln also nichts anderes wider als das größere Risiko.
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Man sollte die Produkte, die man bewertet halt auch verstehen:
Die inflationsindexierte Anleihe des Bundes sind ‘Capital indexed Bonds’, bei denen die Rückzahlung des Nennbetrags NICHT wie bei Nominalzinsanleihen zu pari, sondern die Rückzahlung ebenso inflationsindexiert erfolgt, d.h. die Inflationsrate fliesst sowohl in den Koupon ALS AUCH in die Rückzahlung ein (was in der obigen Argumetation nicht berücksichtigt ist)!