Japan und die Deflation – Teil 1
Die Deflation beherrscht Japan. Die Preise kennen nur den Abwärtstrend. Trotz alledem freuen sich die Menschen nicht: Denn selbst die Löhne sinken immer mehr.
Der Jeans-Krieg
In Japan gibt es den Jeans-Krieg. Die Kaufhauskette Seiyu hat die Jeans im September für 1.470 Yen (ca. 11 Euro) angeboten. Anscheinend ein recht unschlagbarer Preis. Jetzt verkauft Uniqlo – die japanische Antwort auf Benetton – die blaue Jeans für 990 Yen (ca. 7,50 Euro) in den Länden.
Der Preiskampf wurde härter
Dies wurde möglich, weil Uniqlo eine Verlagerung der Produktion der Blue-Jeans von China nach Kambodscha vornahm. Nun zog die Aeon-Kette mit einem Preis in Höhe von 880 Yen nach. Schließlich antwortete Seiyu mit 850 Yen. Beim Discounter Don Quijote kann man die Blue-Jeans nun für 690 Yen (ca. 5 Euro).
Die Entwicklung des Preiskampfes
An den Sonderangeboten wird schon gar nichts mehr verdient. Durch die billige Jeansangebote sollen die Kunden in die Verkaufsläden gelockt werden. Die Japaner geben für Kleider und Schuhe im Jahr 2009 durchschnittlich 10 % weniger Geld aus als im Vorjahr. Die Musik-Branche meldet ebenfalls einen Preiskampf: CDs von z. B. amerikanischen und europäischen Plattenlabels kann man schon ab 1.000 Yen kaufen.
Preisniveau noch viel höher
Das allgemeine Preisniveau lag im Oktober im Vergleich zum Monat im Vorjahr um 2,2 % niedriger. Einige Ökonomen meinen, dass diese Angabe nicht den tatsächlichen Preisverfall anzeigt, weil die Statistik lediglich Markenartikel berücksichtigen würde. Der tatsächliche Preisverfall würde noch viel höher liegen.
Die Angst vor der Deflationsspirale
Sowohl die Zentralbank als auch die Regierung fürchten, dass Japan in die Deflationsspirale geraten könne wie sie es in der Jeans-Branche im Herbst gibt. Selbst in der Rezession der 90er Jahre und in der Mitte diesen Jahrzehnts sanken die Einzelhandelspreise in Japan. Zuvor kletterten die Einzelhandelspreise nach dem Immobilien-Boom ins unermessliche. Beispielsweise kostete eine geschenkverpackte Melone in Tokio im Jahr 1990 70 Euro.
Preiskriege nicht die Regel
Allerdings sind die Preiskämpfe wie man sie im Jeans-Geschäft sieht häufig. Aber sie sind auch nicht die Regel. Die Deflation macht sich im Alltag nicht immer deutlich bemerkbar. Häufig kommen die Preisstürze als Sonderangebote. Manche sind auf Dauer, um Kunden anzulocken.
Ähnliche Beiträge:
- Japan und die Deflation – Teil 2 Jedoch sieht man erst auf dem zweiten Blick die Folgen. Aus der Einkaufsstraße von Kyodo – ein mittelständisches Wohnviertel...
- In China droht die Deflation In China zeigen sich erste Anzeichen einer deflationären Entwicklung. Wie das Statistikamt in Peking mitteilte, fielen die Verbraucherpreise in...
- Japan verzeichnete im Mai einen Exportrückgang Im Mai exportierte die Wirtschaft von Japan nicht so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dabei kam es beim Rückgang zu...
- Das Rating für Japan auf wackeligen Beinen – mögliche Änderung durch S & P? Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S & P) denkt über eine mögliche Veränderung ihres Ratings für das Land Japan...
- Japan schätzt die Schadenshöhe der Naturkatastrophe Am 11 März fand die verheerende Naturkatastrophe in Japan statt. Nach Angaben der Behörden kam es zu einer kompletten...

