Kündigung per Telefon: Bei Quelle gehen die Lichter aus
Am Freitag wurden 2000 Mitarbeiter des insolventen Versandhändlers Quelle in die Arbeitslosigkeit geschickt. Viele von ihnen wussten bis zum letzten Moment nicht, ob sie in der kommenden Woche noch gebraucht werden oder nicht. Die verbliebenden 4.600 Mitarbeiter sollen nach dem Willen von Insolvenzverwalter Hubert Görg den Ausverkauf der Lagerbestände über das Internet abwickeln. Dieser soll am Montag beginnen. Quelle wird abgewickelt, weil sich trotz intensiver Bemühungen und staatlicher Hilfe kein Investor gefunden hatte.
Kritik an Görg: „Kein Plan B“
Dass viele der Mitarbeiter erst im letzten Moment von ihrer Kündigung erfahren haben, ist nach Ansicht von Betriebsrat Rohlederer ein Zeichen für den schlechten Umgang des Insolvenzverwalters mit den Beschäftigen. Hubert Görg habe keinen „Plan B“ für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit den Investoren gehabt. Von der ersten Kündigungswelle waren die Werbe- und die Fotoabteilung besonders betroffen. Da in Zukunft kein Quelle-Katalog mehr gedruckt wird, erübrigen sich auch entsprechende Vorbereitungen. Auch der Außendienst wurde den Informationen des Unternehmens nach praktisch aufgelöst.
Entlassene warten auf Dokumente
Einige der Entlassenen warten eigenen Angaben zufolge noch immer auf Lohn- und Gehaltsnachweise. Ohne diese Dokumente zahlt die Bundesagentur für Arbeit kein Arbeitslosengeld aus. Auch hier richtet sich die Kritik gegen den Insolvenzverwalter. Der Nürnberger DGB-Vorsitzende Stephan Doll forderte von Görg, die Personalabteilung umgehend aufzustocken. Die Arbeitsagentur hatte bereits in der Vorwoche eine eigene Task-Force für die Quelle-Insolvenz eingerichtet und will so den zu erwartenden Massenansturm besser bewältigen.
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