Pfund stürzt ab: Britische Wirtschaft kommt nicht aus der Rezession
Das britische Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal zum sechsten Mal in Folge gesunken. Damit kann sich das Vereinigte Königreich anders als viele andere Länder nicht aus der Rezession befreien. Im Zeitraum von Juli bis September gab die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach. Der erneute Rückgang kam überraschend: Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einer Zunahme des BIP um 0,2 Prozent gerechnet. Auf Basis des Vorjahres sank das Bruttoinlandsprodukt um 5,2 Prozent.
Mehr Struktur als Konjunktur?
Die britische Wirtschaft leidet besonders stark unter der Finanzkrise. Die Finanzwirtschaft macht im Königreich einen besonders großen Teil der Wirtschaftsleistung aus. Darüber hinaus haben viele Briten in den letzten Jahren massiv über ihre Verhältnisse gelebt. Nun muss der Gürtel enger geschnallt werden, was sich dämpfend auf den privaten Konsum auswirkt. Ähnlich wie in den USA waren die Preise am britischen Immobilienmarkt stark gesunken, wodurch viele Privathaushalte sowie institutionelle Investoren in arge Bedrängnis geraten waren.
Weitere Konjunkturprograme?
Nach Bekanntgabe der schwachen Wirtschaftsdaten stürzte das britische Pfund am Devisenmarkt ab. Der Euro legte gegenüber dem Pfund um mehr als 1,7 Prozent zu. Marktteilnehmer erwarten, dass die Bank of England ihre expansive Geldpolitik fortsetzen wird, um die Wirtschaft zu stützen. Auch weitere Konjunkturprogramme stehen im Raum. Da die Neuverschuldung in Großbritannien aber ohnehin in bedenkliche Höhen geschnellt ist, sehen Volkswirte hier nur begrenzten Spielraum.
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