12 Prozent Kosten: Riester-Rente ein Verlustgeschäft?
Die staatlich geförderte Riester-Rente könnte sich als der Vorsorge-Flop schlechthin erweisen. Wie die Stiftung Warentest ermittelt hat, erheben die Anbieter derart hohe Kosten, dass die Versicherten im schlimmsten Fall mehr einzahlen, als sie später als Rente zurückbekommen. Damit nicht genug: Weil die Versicherer von einer unrealistisch hohen Lebenserwartung ausgehen, fallen die Rentenzahlungen noch geringer aus.
12 Prozent Kosten: „Der reine Selbstbedienungsladen“
Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung die Kosten von Riester-Verträgen verschiedener Anbieter unter die Lupe genommen. Besonders schlecht kamen hier fondsgebundene Rentenversicherungen weg. Nicht eine einzige der Policen auf dem deutschen Markt ist demnach zu empfehlen. So erheben der Deutsche Ring und die Aachen Münchner Versicherung von jedem Beitrag 12 Prozent als Kosten. Darüber hinaus werden schon bei der Unterschrift unter den Vertrag vier Prozent der Gesamtbeiträge erhoben. Auch von der staatlichen Zulage schneiden sich die Assekuranzen gerne ein Stück ab: Die Alte Leipziger erhebt satte neun Prozent der Zuschüsse, bei der Gothaer Versicherung sind sogar 13 Prozent fällig.
Rendite frühestens mit 80
Die hohen Kosten führen dazu, dass die Garantieverzinsung, die eigentlich 2,25 Prozent betragen soll, je nach Anbieter um Null herum schwankt. Ein weiteres Manko betrifft die von den Versicherern angenommene Lebenserwartung: Unabhängig vom Geschlecht wird hier von 98 Jahren ausgegangen. Dementsprechend gering fällt die monatliche Rente aus, weil das bei Renteneintritt zur Verfügung stehende Vertragsguthaben auf einen sehr langen Zeitraum aufgeteilt werden muss. Die Zeitschrift Öko-Test hat errechnet, dass Sparer mindestens 80 Jahre alt werden müssen, damit die Auszahlungen die Einzahlungen übersteigen.
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