Euro über 1,50 Dollar – Exporteure in Sorge
Der Euro hat am Mittwoch die Marke von 1,50 Dollar durchbrochen. Die Gemeinschaftswährung setzt damit ihre Aufwertung gegenüber dem Greenback fort. Der Verfall des Dollar weckt neue Sorgen: Die Exporteure in Deutschland befürchten Absatzeinbußen und Margenverfall, weil ihre Produkte in den USA nun teurer werden. Die weitere Entwicklung am Währungsmarkt wird ganz wesentlich von der US-Notenbank Federal Reserve abhängen. Sollte die ihren expansiven Kurs in der Geldpolitik fortsetzen, wird der Dollar neue Rekordtiefs erreichen.
Abwertung ist gewollt
Markbeobachter gehen seit langem davon aus, dass die US-Notenbank ebenso wie die US-Regierung an einer kompetitiven Abwertung interessiert ist. Noch immer importieren die USA deutlich mehr Waren als sie ins Ausland exportieren. Das chronische Handelsbilanzdefizit hat zu einer gewaltigen Auslandsverschuldung geführt. Diese ließe sich durch einen Kursverfall deutlich verringern. Auch im Inland leidet die USA unter einer immensen Verschuldung – die privaten Haushalte ächzen ebenso unter einem riesigen Schuldenberg wie der Staat. Eine Inflationierung könnte sich auch hier als das Mittel der Wahl erweisen.
Dollar wird zur Carry-Trade-Währung
Ein wesentlicher Grund für die Dollar-Abwertung sind die extrem niedrigen Leitzinsen. Die US-Notenbank versorgt das Finanzsystem praktisch zinsfrei mit Liquidität. Das lockt auch Spekulanten: Der US-Dollar wird immer mehr zu einer Carry-Trade-Währung – einer Rolle, die traditionell dem japanischen Yen gebührt. Bei Carry Trades leihen sich Spekulanten Geld in einer Währung mit niedrigen Zinsen und legen es in einem Währungsraum mit höherem Zinsniveau an.
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