Deutsche wollen weniger sparen
Die Bundesbürger wollen weniger sparen. Jeder Dritte plant, in den kommenden sechs Monaten weniger Geld für später auf die Seite zu legen. Das jedenfalls geht aus einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg hervor. Für die gesunkene Sparneigung gibt es demnach mehrere Gründe: Zum einen sind viele Verbraucher durch die Finanzkrise verunsichert, zum anderen lockt der Einzelhandel mit niedrigen Rabatten. Darüber hinaus lassen sich mit Geldanlagen derzeit keine Zinsen verdienen.
Konsequenz aus Krise, Rabatten und Zinsniveau
Die Absicht, weniger zu sparen, resultiert aus den Anreizen, denen sich die privaten Haushalte derzeit gegenübersehen. Während auf Tages- und Festgeldkonten maximal 2,0 Prozent Zinsen gezahlt werden, lockt der Einzelhandel mit Rabatten im zweistelligen Prozentbereich. Einen generellen Unmut zum Sparen kann die GfK nicht feststellen: Trotz der Finanzkrise und den mit ihr verbundenen Verwerfungen am Kapitalmarkt halten rund zwei Drittel der Bürger regelmäßiges Sparen für eine sinnvolle Sache. Wer spart, nutzt dafür allerdings meistens sichere Anlagen: Sparkonten, Wohneigentum und Bausparverträge stehen der Studie zufolge weitaus höher im Kurs als Aktien oder Fonds.
Geringverdiener sparen weniger
Befragte mit einem Einkommen unter 1500 Euro wollen oder können in Zukunft weniger sparen: Jeder Dritte in dieser Einkommensklasse gab an, in Zukunft weniger auf die Seite zu legen. Nur 20 Prozent der Befragten mit einem Einkommen von mehr als 4.000 Euro wollen ihre Sparquote senken. Die Sparquote in Deutschland war im ersten Halbjahr auf 12,8 Prozent und damit so hoch wie seit 16 Jahren nicht mehr gestiegen. Der Grund war die Angst vor den Konsequenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise.
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