Inflation: Heizöl wird billiger, Software teurer
Die Verbraucherpreise stagnieren derzeit – im September gaben sie gegenüber dem Vorjahresmonat sogar leicht nach. Die Gründe für die aus Sicht der Verbraucher positive Entwicklung sind zum einen die Weltwirtschaftskrise, die die Preisentwicklung dämpft, zum anderen die hohen Preise des letzten Jahres, die nun über den Basiseffekt verlangsamend auf die Geldentwertung wirken. Ein Blick auf die Entwicklung der Preise einzelner Produktgruppen aber zeigt, dass nicht alle Güter so viel kosten wie vor einem Jahr: Einige Produkte sind deutlich billiger geworden, andere legten zu.
Amtliche Zahlen sind für den Einzelnen nur bedingt aussagekräftig
Der Verbraucherpreisindex, den das Statistische Bundesamt laufend ermittelt, besitzt nur sehr eingeschränkte Aussagekraft für den Einzelnen, weil seine Grundlage ein fiktiver Haushalt ist und die tatsächliche Kaufkraftentwicklung von den persönlichen Konsumgewohnheiten abhängig ist. So gaben die Preise für Heizöl im September gegenüber dem Jahr zuvor um mehr als 30 Prozent nach – wer eine Ölheizung besitzt, kann davon profitieren. Die Preise für Quark, Fernseher, Kartoffeln und Gurken sanken jeweils um mehr als 20 Prozent. Software und Mietwagen hingegen wurden um mehr als 20 Prozent teurer.
12 Produktgruppen messen die Inflation
Das Statistische Bundesamt unterteilt Güter und Dienstleistungen in 12 verschiedene Produktgruppen. Dazu zählen etwa die Gruppen „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“, „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“, „Bekleidung und Schuhe“, Verkehr, Gesundheitspflege oder Nachrichtenübermittlung. Seit dem Jahr 2005 sind die Kosten im Bereich „Bildungswesen“ am stärksten gestiegen: Hier legten die Preise – wohl wegen der Studiengebühren – binnen vier Jahren um 37,9 Prozent zu.
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