Altersvorsorge: Deutsche verdrängen die Inflation
Die Inflation wird von den Bundesbürgern bei der privaten Altersvorsorge regelrecht verdrängt: Einer Studie der Postbank zufolge berücksichtigt die Hälfte der Deutschen bei ihren Bemühungen um die private Vorsorge nicht die Geldentwertung, obwohl gerade diese tagtäglich beim Einkaufen zu spüren ist. Die Konsequenz: Die Vorsorgemaßnahmen sind oft zu niedrig angesetzt und das Einkommen im Alter droht viel zu gering auszufallen. Nicht nur die Verbraucher aber ignorieren das Thema: Auch bei Banken ist Inflation im Hinblick auf die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau besonders im Massengeschäft kein Thema.
Wie aus 100 Euro 50 werden
Wer im Alter von 35 Jahren über seine Altersvorsorge nachdenkt und zu dem Schluss kommt, dass eine zusätzliche Rente aus einer privaten Rentenversicherung im Umfang von 1.000 Euro ausreicht, um im Ruhestand gut leben zu können, liegt damit aller Voraussicht nach falsch. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt: Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2,5 Prozent beläuft sich die Kaufkraft der 1000-Euro-Rente beim Eintritt in den Ruhestand mit 65 Jahren auf lediglich noch 470 Euro! Danach aber steigen die Preise zusätzlich weiter – die Rente reicht also vorn und hinten nicht aus.
Alternative: Mehr sparen oder andere Anlagen nutzen
Da auch die Versorgung durch die gesetzliche Rentenversicherung nicht besser werden wird, muss das private Engagement ausgeweitet werden. Um die Höhe der monatlichen Rente zu steigern, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder muss mehr gespart werden oder das Ersparte muss höhere Erträge erwirtschaften. Da sich zusätzliche Einschränkungen in der Gegenwart viele nicht leisten können, bleibt nur, in chancenorientiertere Investments umzusteigen. So können etwa Bank- gegen Fondssparplänen ausgetauscht werden. Schon kleine Unterschiede in der jährlichen Rendite wirken sich auf das Vermögen bei Eintritt in den Ruhestand gravierend aus: Bei 4,0 Prozent Zinsen werden aus 100 Euro in 30 Jahren 325 Euro, bei 6,0 Prozent sind es bereits 575.
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